Darmstädter Prozess
Siemens-Vorstand muss in Zeugenstand

Mit Siemens-Manager Uriel Sharef muss das erste Mitglied des Zentralvorstands als Zeuge beim Korruptionsprozess aussagen. Bei dem Darmstädter Prozess um Korruption in der Siemens-Kraftwerkssparte geht es eigentlich um zwei Mitarbeiter, die schon vor einer Weile ausgestiegen sind.

HB DARMSTADT. Der für den Geschäftsbereich Energieerzeugung zuständige Manager Uriel Sharef sei geladen worden, berichtete eine Gerichtssprecherin am Montag. Er soll insbesondere zu Ruhestandszahlungen in Höhe von 1,7 Mill. Euro befragt werden, die der Konzern 2004 einem der nun angeklagten Mitarbeiter gewährte, obwohl dessen Fehlverhalten intern bereits bekannt war.

Im Prozess hatte sich der Ex-Bereichsvorstand Andreas K. als alleiniger Verantwortlicher für Schmiergeldzahlungen von über sechs Mill. Euro bei einem Kraftwerksgeschäft an zwei Manager des italienischen Energie-Konzerns Enel bezeichnet. Er habe dabei schwarze Kassen benutzt, die er von einem früheren Mitarbeiter übernommen habe und von denen in der Zentrale nichts bekannt gewesen sei. Bei seinem Ausscheiden zum 1. Juli 2004 hatte der damals 61 Jahre alte K. laut einem Zeugen aus der Siemens-Personalabteilung rund eine Million Euro Übergangsbezüge und eine Ausgleichszahlung für seine vorzeitige Entlassung von 765 000 Euro erhalten. Dieses Vorgehen sei mit dem Vorstand abgestimmt gewesen.

Der Vorsitzende Richter Rainer Buss hatte die Zahlungen mit den Worten kommentiert, dass ein normaler Angestellter bei einer derartigen Pflichtverletzung mit Vorsatz eher eine außerordentliche Kündigung erhalten hätte. K. ist gemeinsam mit einem mutmaßlichen Helfer wegen Bestechung und Untreue angeklagt. Mit einem Urteil ist am vierten Verhandlungstag noch nicht zu rechnen, da auch für den Folgetermin noch ein Zeuge aus dem Haus Siemens geladen ist.

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