Darüber spricht das Netz Spezial
Yahoo: Yang is Done

Nach vielen Spekulationen in den vergangenen Wochen kam das Aus für Yahoo-Boss Jerry Yang dann doch plötzlich. Welche Tragweite der Abgang hat, welche Nachfolger bereit stehen und wie es mit Yahoo weiter geht - die Blogger schreiben sich bereits die Finger wund. Handelsblatt.com fasst die Diskussionen zusammen.

Als das Ende offiziell wurde, haben es die Blogger natürlich schon längst gewusst. Wenige Stunden nach der Bekanntgabe des Rücktritts von Yahoo-Chef Jerry Yang präsentierten sie Videos und Zitate, aus denen glasklar zu deuten war, dass Yang schon seit Monaten müde und ausgebrannt war und sein Abgang längst geplant war. Abgesehen von diesen Anflügen von Besserwisserei war es aber tatsächlich eine Bloggerin, die die Story des Tages als erstes verkündete: Kara Swisher von "All Things Digital" schrieb die Yang-Info immerhin zehn Minuten vor Veröffentlichung der Pressemitteilung auf. Genau zu diesem Zeitpunkt, 16.50 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit, hatten die Spekulationen um den Yahoo-Chef ein Ende und die Diskussionen der Blogger drehten sich in eine andere Richtung: Warum verlässt der Macher die Firma? Wie geht es mit Yahoo nun weiter? Und: Steht Microsoft schon bereit?

Yangs Abgang dürfte sich dabei aus einer Vielzahl von Teilgründen zusammensetzen. Im Suchmaschinenmarkt hat Yahoo immer dramatischere Marktanteile an Google verloren, das Geschäft mit Werbung läuft in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise alles andere als gut, eine Kooperation mit Google scheiterte und das Aus der Microsoft-Übernahme-Versuche geht wohl zu großen Teilen auf das Konto des ausgewiesenen Microsoft-Hassers Yang. Als er mit seinem Start-Up Yahoo 1995 an den Start ging, war Microsoft das große Böse, mit dem man nichts zu tun haben wollte. Eine Einstellung, die Yang nie abgelegt haben soll, der "Wahnsinn des Königs Jerry Yang", wie es "Wired"-Blogger Fred Vogelstein nennt. Dennoch: In einem sind sich die Blogger fast komplett einig: Yang bleibt ein netter Kerl und sein Abgang dürfte kein Rausschmiss sein, sondern seine eigene Entscheidung. Schließlich sei er es auch, der eine gewichtige Rolle bei der Suche nach einem Nachfolger spiele.

Natürlich werden auch schon die ersten Namen für die Yang-Nachfolge aufgeschrieben. So nennt cnet-Bloggerin Dawn Kawamoto u.a. Ex-Microsoft-Mann Kevin Johnson und Noch-Microsoft-Mann Brian McAndrews. An anderen Stellen wird sogar Ex-eBay-Frau Meg Whitman gehandelt, die nach der verloren gegangenen Wahl von John McCain, zu dessen Team sie gehörte, neue Herausforderungen suchen könnte. Auch der ehemalige AOL - und News-Corp-Manager Peter Chernin wäre ein geeigneter Kandidat.

Auch wenn Microsoft sich nicht zum Yang-Abgang äußern möchte, könnte das Unternehmen nun doch wieder eine größere Rolle im Zusammenhang mit Yahoo spielen. Yangs Aus könnte auch ein klares Zeichen dafür sein, dass eine Übernahme der Firma durch Microsoft nun wieder möglich ist. Ob es dazu kommt oder nicht, die Aufgaben für den neuen Yahoo-Boss sind vielfältig und schwierig: Entlassungen wurden gerade angekündigt, weitere Einsparungen könnten schnell hinzu kommen. Der Yahoo-Aktienkurs liegt nach dem Microsoft-Angebot von 33 US-Dollar und einer monatelangen Talfahrt nur noch bei etwas mehr als 10 Dollar, die Umsätze schrumpfen, zahlreiche Top-Manager verließen die Firma und die Marke Yahoo hat längst ihre einstige Coolness verloren. Oder wie BBC-Bloggerin Maggie Shiels schreibt: "Now the hard work for Yahoo really begins."

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