Das am meisten bewunderte Medienunternehmen Amerikas
91 Pulitzer-Preise gingen an die „New York Times“

Keine andere Zeitung hat so viele Auszeichnungen gewonnen wie die „New York Times“. Mit 91 Pulitzer-Preisen, darunter wenigstens ein Dutzend im investigativen Journalismus, ist sie das „meist geehrte Blatt Amerikas“.

HB NEW YORK. Seit 1918 verging kaum ein Jahr, in dem ihre Reporter, Redakteure, Kommentatoren oder Fotografen nicht mindestens einen der begehrten Preise entgegen nahmen. In jedem der letzten fünf Jahre kam eine ihrer Artikelserien zu Ehren, die Missstände in amerikanischen Firmen und Behörden aufdeckte oder dem Land mit ihren Recherchen auf andere Weise einen „öffentlichen Dienst“ erwies.

„Seit über einem Jahrhundert ist die „New York Times“ ein wichtiger Bestandteil im Alltag der anspruchsvollsten Leser“ Amerikas, sagt ihr Verlag. Am 18. September 1851 mit dem Versprechen gestartet, „von heute an täglich (mit Ausnahme des Sonntags) auf unbegrenzte Zeit zu erscheinen“, zählt die „NYT“ zu den ältesten Tageszeitungen der USA.

Schon im Jahr nach ihrer Gründung bekamen auch Kalifornier sie zu lesen, allerdings immer erst, wenn ein Postboot es um Südamerikas Kap Horn geschafft hatte. Während des Bürgerkrieges war das Verlangen der Leser nach dem Neuesten von der Front so groß, dass die Zeitung im April 1861 erstmals auch sonntags erschien. 1882 leuchtete die erste Glühlampe in dem Verlagsgebäude, das dem benachbarten Platz den Namen „Times Square“ verleiht.

Lag die Auflage 1898 noch bei 76 000 pro Wochentag, werden heute täglich 1,1 Millionen Kopien der ebenso seitenreichen wie renommierten Zeitung gedruckt, am Wochenende sogar 1,7 Millionen. Seit neun Jahren sind ihre Artikel auch online zu lesen, bisher noch gebührenfrei. Der Verlag, die New York Times Company, erwirtschaftete 2004 rund 3,3 Milliarden Dollar mit seinen mittlerweile 19 Zeitungen, zwei Rundfunk- und acht Fernsehstationen. „Fortune's“ Liste der „100 am meisten bewunderten Firmen Amerikas“ führte die New York Times Company 2005 im fünften Jahr hintereinander als Nummer Eins der Medienwelt auf.

Bei allen journalistischen und wirtschaftlichen Erfolgen blieben Nackenschläge nicht aus. 2003 entpuppte sich ein angeblicher Star- Reporter der Zeitung als Abschreiber. In den Wochen vor dem Irak- Krieg übernahm die „NYT“ - vor allem in den Berichten einer Korrespondentin - die Pentagon-Angaben zu angeblichen Massenvernichtungswaffen des Saddam-Regimes mehr oder weniger ungeprüft. Selbstkritisch gab die Zeitung später zu, ihre Redakteure seien dem Pentagon gegenüber so unkritisch gewesen, dass man fast „militärische Abzeichen auf ihren Schultern sprießen sehen konnte“.

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