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19.02.2008 

Naturgemäß profitierte auch die Aktie des Gewinners Sony. Sie stieg gestern im Tokioter Handel jedoch nur um ein Prozent. Doch die Anleger würdigten den Schlussstrich, den Toshiba gezogen hat, noch mehr. Die Papiere legten um knapp sechs Prozent zu. Die Unsicherheiten um das DVD-Geschäft hätten den Kurs zuvor belastet - dieser Faktor sei nun ausgeschaltet, sagten Analysten.

Der Sieg von Sony im Formatstreit ist vor allem ein Sieg des Managements. Sony war es im Gegensatz zu Toshiba gelungen, sich in der Branche zu vernetzen und Unterstützung für die selbst entwickelte Technik zu gewinnen. "Wir haben in den 1970er-Jahren den Format-Krieg um die Videokassette verloren - das soll uns nicht noch einmal passieren", hatte ein Mitglied der Sony-Führung bereits auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung im vergangenen Jahr gesagt. Vor 30 Jahren hatte VHS über Beta gesiegt.

Eine Schlüsselrolle spielte diesmal Firmenchef Howard Stringer, der in der amerikanischen Medienbranche gearbeitet hatte, bevor er bei Sony einstieg. Er zog Schlüsselspieler unauffällig auf Sonys Seite. Doch auch beim Aufbau einer Allianz für die Vermarktung der Abspiel- und Aufnahmegeräte selbst stellte sich Sony geschickter an. Toshiba hatte den Fehler gemacht, Patentgebühren für die Anwendung der Technik hinter HD-DVD zu verlangen.

Der Effekt: Nur unbedeutende Spieler kamen mit ins Boot - und zwar solche, die einen Partner dringend nötig hatten. Die großen Namen der Branche wie Panasonic, Sharp, Pioneer oder Philips entschieden sich für Blu-ray-Seite.

Die Entscheidung, den Kampf nun aufzugeben, dürfte Toshiba auch deshalb gefällt haben, um nicht allzu viele Kunden zu verprellen. Denn etwa eine Million Menschen weltweit besitzt bereits einen HD-DVD-Spieler oder -Rekorder; der bald lediglich dazu dienen wird, alte DVDs abzuspielen, denn neue Filme in dem Format wird es nicht mehr geben. Hätte Toshiba weiter gekämpft und am Ende doch verloren, hätte das den Schaden noch vergrößert: Je mehr verkaufte Geräte, desto mehr Konsumenten ärgern sich hinterher über den Konzern.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die Gefahr des Monopolisten.

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