Google konterte mit der Übernahme des Werbenetzes Doubleclick. Es wird die ideale Ergänzung zur Werbung auf der Videoplattform Youtube. Der Sprung in die Offline-Welt ist auch vorbereitet. Pilotprojekte für Radio-, TV- und Plakatwerbung sind längst angestoßen.
Die Achillesferse für Google ist aber die so genannte „Netzneutralität“. Heute müssen im Festnetz-Internet alle Angebote aller Internetfirmen gleichberechtigt über die Datenleitungen verteilt werden. Diese Freiheit ist existenziell für Anbieter wie Google, Yahoo, Amazon oder eBay, die keine eigenen Leitungen zu ihren Kunden haben. Telekommunkationsunternehmen unter der Führung von AT&T wollen das aber kippen. Sie wollen Angebote auf ihren Netzen unterschiedlich behandeln dürfen. Dann könnten sie eigene Online-Shops, Videodienste oder Suchmaschinen bevorzugt behandeln – falls Fremdanbieter nicht Gebühren für eine schnelle Durchleitung zahlen. Und wer will ein langsames Google?
Aber Google wäre nicht Google, wenn nicht Gegenstrategien eingeleitet worden wären. Neben der Ankündigung, 2008 ein Mobilfunknetz erwerben zu wollen, investierte das Unternehmen in Wlan-Betreiber und Powerline-Firmen, die Daten über Stromleitungen verschicken. Angeblich laufen Gespräche über einen Anteil an einem Untersee-Glasfaserkabel nach Asien: Google baut an einer eigenen Infrastruktur.
Daneben baut Google-Chef Schmidt auf massives Lobbying. Vor der Versteigerung der Funknetze ist es Google gelungen, in Washington wichtige Änderungen in den Auktionsbedingungen durchzudrücken. Ein Drittel der Frequenzen muss später vom Käufer zum freiem Zugang für alle Hard- und Softwareanbieter bereitgehalten werden. Ohne diese Änderung, hatte Schmidt gedroht, wolle Google nicht mitbieten.
Ein klarer Sieg für den Giganten aus dem Silicon Valley, urteilt Berater Kaumanns: „Google ist in der Lage, nur alleine durch solche Ankündigungen ganze Industrien zu bewegen.“

