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„Das Supertalent“: Die dunklen Seiten der RTL-Glitzer-Show

exklusiv Die Casting-Show „Das Supertalent“ war auch in diesem Jahr wieder ein Quotenhit für den Privatsender RTL. Wer hinter die Kulissen schaut, findet Seelen-Striptease und Hinweise auf Knebelverträge und Manipulationen.

Panflötenspieler Leo Rojas beim Finale von „Supertalent 2011“. Quelle: dapd
Panflötenspieler Leo Rojas beim Finale von „Supertalent 2011“. Quelle: dapd

Köln/DüsseldorfVor kurzem spielte er noch für kleines Geld in deutschen Fußgängerzonen, jetzt ist der 27-jährige Leo Rojas aus Ecuador das „Supertalent 2011“ und um 100.000 Euro reicher. Von dem Preisgeld will der Sieger seiner Familie in Südamerika ein kleines Haus bauen. Erstmals seit sieben Jahren hatte er seine Mutter im Halbfinale wieder in die Arme schließen können - RTL hatte Flugtickets gesponsert. Das ist die rührende Weihnachtsgeschichte, die Grundy Light Entertainment mit seiner RTL-Show „Das Supertalent“ – nach Senderauskunft der „Höhepunkt des RTL-Fernsehjahres“ – diesmal erzählt. Die Sendung, so Supertalent-Juror Dieter Bohlen, sei „gerade dafür da, den Leuten eine zweite Chance zu geben“.

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Kandidaten fühlen sich erniedrigt

Auch dieses Jahr konnte die Mischung aus Talent- und Freak-Show im Schnitt rund 6,7 Millionen Zuschauer vor die Fernseher locken. 2010 wurde „Das Supertalent“ mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Doch der Erfolg hat auch eine knallharte Kehrseite. Offensichtlich werden bei der Sendung nämlich auch solche Kandidaten in den Vorrunden-Castings ohne Publikum durchgewunken, die kaum als Supertalent durchgehen – um dann vor den Augen von Millionen Fernsehzuschauern bloßgestellt zu werden.

Ähnlich wie die RTL-Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ lebt auch das „Supertalent“ zu wesentlichen Teilen von der Erniedrigung der Kandidaten und der Schadenfreude der Zuschauer darüber. Darauf angesprochen, dass auch Kandidaten vor die Jury treten dürfen, die offensichtlich kein Supertalent sind, teilt RTL mit, nicht nur „überraschende“ und „berührende“, sondern auch „ungewöhnliche“ Auftritte zu zeigen.

Panflötenspieler Leo Rojas mit seiner Mutter - die rührende Weihnachtsgeschichte, die RTL diesmal beim „Supertalent“ erzählt. Quelle: dapd
Panflötenspieler Leo Rojas mit seiner Mutter - die rührende Weihnachtsgeschichte, die RTL diesmal beim „Supertalent“ erzählt. Quelle: dapd

Ein Blick hinter die Kulissen der Glitzer-Show bestätigt den Eindruck, dass den „Supertalent“-Produzenten das Wohl der Kandidaten offenbar kein Anliegen ist. Mehrere Kandidaten berichten übereinstimmend, dass Szenen zusammengeschnitten wurden, sodass sie sich bloßgestellt fühlten. Sätze würden aus dem Zusammenhang gerissen, Aussagen zu Fragen geschnitten, die in einem völlig anderen Kontext gestellt wurden. RTL bestreitet die Vorwürfe. Interviews würden lediglich auf ihre „wesentlichen Aussagen reduziert“, heißt es aus Köln.

  • 04.01.2012, 12:33 UhrAnonymer Benutzer: TVDackel

    einen gewissen Unterhaltungswert kann man dem Format nicht absprechen,die Jury ist auch einigenmassen anständig i9n den offiziellen Ausstrahlungen,
    aber als Show von A bis Z durchgestylt und inszeniert,
    und diese angebliche Moderatoren Hartwichs und Schrei sind einfach nur Clowns die für Geld alles machen würden, passen somit gut zur Sendung und zum Sender, der schlechteste und zugleich erfolgreichste Sender des armen Deutschlands...
    Man hofft das wenigstens der Gewinner sein Preisgeld in Bar bekommt und nicht als Gutschein...

  • 04.01.2012, 10:20 UhrAnonymer Benutzer: EuroTanic

    Es ist in unserer neokapitalistischen Gesellschaft überall auf der Welt das selbe. Anstatt alle Menschen glücklich zu machen und ihre Bedürfnisse nach Essen, Wohnung soziale Absicherung und Freiheit zu befriedigen, werden Glückspielsystem mit viel Geld und Tamtam installiert, die dem gebeutelten und ausgebeuteten Massen suggerieren: "Du kannst es auch schaffen.". Aber in diesem System kann zwar (theoretisch) jeder "reich", werden, aber halt nicht alle. Und das ist falsch. Unsere Erde hat genug Ressourcen um 12 Milliarden Menschen und mehr zu ernähren. Aber nicht im System der selbsternannten Superreichen.

  • 04.01.2012, 00:45 UhrAnonymer Benutzer: chris

    @ 0815: Es müsste meiner Meinung nach wahrscheinlich bezahlte Darsteller welche die Sendung durch skurrile Auftritte aufwerten, wie z.B. der Kunstfruzer, der dicke von Eis am Stil, Zachi Noy und aus der letzten Folge der Typ mit der extrem dehnbaren Haut, Garry Turner. Dies sind alles Personen die schon Professionell mit Auftritten ihr Geld verdienen und ich glaube nicht, dass diese für Umsonst auftreten nur um weitere Auftritte in Deutschland zu promoten.
    Desweiteren wird im Artikel immer wieder das Wort Show genutzt. So sollte man dieses Format auch sehen. Es ist eine sinnlose Unterhaltungsillusion, welche leider auf den Rücken der teilnehmenden Personen ausgetragen wird. Von Außen kann man leider nicht einwirken, da eine Medienaufsicht nicht einschreitet, genauso wie bei allen anderen Casting Shows und Bauer Kuppel Shows. Am Ende bleibt nur ein medienkritischer Artikel den man schon gefühlt, so in der Form, schon des öfteren gelesen hat.

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