Das weltweite Datennetz hat erst begonnen, Wirtschaft und Gesellschaft tief greifend zu verändern
Das Internet: besser als sein Ruf

Gigantische Fortschritte in der Computertechnologie, die Digitalisierung des Informationswesens – von der Nachrichtentechnik bis zu Filmen und Musik – und schließlich das Internet als weltumspannende Pipeline für digitale Information beflügelten seit Mitte der 90er-Jahre die Phantasie. Die Vision: In der „New Economy“ würden die Kosten dramatisch sinken, die Produktivität wie noch nie steigen und junge Firmen mit neuen Geschäftsmodellen Gewinne ohne Ende erwirtschaften.

HB PORTLAND. Im High-Tech-Fieber hatten daher Firmen in der Informationstechnologie alles zusammengekauft, was teuer und modern war. Als Anfang 2000 das Internetportal AOL die Übernahme des Medienkonzerns Time Warner für über 120 Mrd. Dollar verkündete, war der Höhepunkt erreicht. Der Wertverfall bei AOL nötigte das fusionierte Unternehmen zwei Jahre später zur Abschreibung von gut 54 Mrd. Dollar. Die Euphorie war verpufft, Ernüchterung machte sich breit.

Dabei hat das Internet in der Tat die Welt verändert. Auch ist keineswegs die gesamte New Economy ins Grab versunken. Die Kommunikation über E-Mails ist so selbstverständlich wie der kostenlose Zugang zu einem Meer von Informationen. Ob Produkte, die besten Preise, das Restaurant in der Nähe: Das Internet liefert nicht nur die Information, sondern ermöglicht auch die Transaktion, den Einkauf oder das Geldgeschäft.

Wie Auto oder Telefon ist das Internet die Kulmination zahlreicher einzelner Erfindungen und Innovationen. Wie Auto oder Telefon bewirkt das Internet, indem es ständig verbessert und ausgebaut wird, tief greifende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Erfolgsstorys der New Economy schreiben heute jene Firmen, deren Geschäftsmodell erst durch das Internet möglich wurde und die sich im Netz frühzeitig eine starke Marktposition sicherten, wie Ebay, Yahoo und, mit Einschränkungen, Amazon.

Das Internet-Auktionshaus Ebay bietet eine weltweite elektronische Handelsplattform für jeden und alles, einschließlich einer sicheren Zahlungsabwicklung. Nachdem die Aktie im März 2000 über 240 Dollar notierte, fiel sie Anfang 2001 bis auf 30 Dollar. Weil sich das Unternehmen aber bereits fest etabliert hatte, stürzte der Kurs nach dem 11. September nicht ins Bodenlose und kletterte bis Ende 2004 wieder auf fast 120 Dollar, bevor die Aktie Anfang 2005 erneut gesplittet wurde.

Yahoos Geschäftsmodell des kostenlosen Angebots von Internetdienstleistungen wie E-Mail oder die Suche nach Informationen und Produkten wurde durch Fortschritte in der Breitbandkommunikation und verstärkter Werbung im Internet erst interessant. Der Aktienkurs spiegelt die Zweifel wider: Er fiel von 433 Dollar im Dezember 1999 auf 8,80 Dollar im September 2001. Der Wert erholte sich, während sich Yahoo als führendes Internetportal mit stark wachsenden Umsätzen und Gewinnen etablierte. Die Spitzen von einst erreichte er indessen nicht.

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