Daten-Affäre
Auch Konkurrenten im Visier der Telekom-Spitzel

Die Spitzel-Affäre bei der Telekom zieht noch weitere Kreise. Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung sollen sogar Verbindungsdaten anderer Telefongesellschaften kontrolliert haben, heißt es in einem Medienbericht.

HB DÜSSELDORF/BONN. Die "Wirtschaftswoche" hatte den Vorfall berichtet. Ein Sprecher der Telekom in Bonn bestätigte am Freitag, dass das Unternehmen technisch Zugriff auf Verbindungsdaten anderer Telefongesellschaften habe, sofern die Gespräche zum Teil über die Netze der Telekom liefen. Ob und in welcher Form diese Möglichkeit genutzt wurde, wisse das Unternehmen aber nicht. Das müsse die Bonner Staatsanwaltschaft prüfen.

Die Telekom hatte eingestanden, in den Jahren 2005 und 2006 Telefonverbindungen zwischen Journalisten und Aufsichtsratsmitgliedern abgeglichen zu haben, um undichte Stellen im Konzern ausfindig zu machen. Nach Angaben der Bonner Oberstaatsanwaltschaft sind mindestens 60 Personen von den Bespitzelungen betroffen. In der vergangenen Woche wurde ein erster Verdächtiger in der Spitzelaffäre verhaftet. Es soll sich dabei um einen ehemaligen Abteilungsleiter der Konzernsicherheit handeln.

In den Jahren 2005 und 2006 sei die Abteilung zur Bekämpfung von Telefonmissbrauch der Abteilung Konzernsicherheit unterstellt gewesen, schrieb die "Wirtschaftswoche". Deren Mitarbeiter fahndeten demnach nach Unregelmäßigkeiten im Telefonverkehr. Zu diesem Zweck hätten sie auch Verbindungsdaten kontrolliert, die nur für Verrechnungszwecke zwischen konkurrierenden Telefongesellschaften erfasst werden. Ob Mitarbeiter Daten weiterreichten, untersuche die Staatsanwaltschaft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%