Datenaffäre
Erste Festnahme in Telekom-Spitzelaffäre

In der Telekom-Spitzelaffäre ist ein erster Tatverdächtiger festgenommen worden. Seit vergangenem Donnerstag sitze einer der Hauptverdächtigen in Untersuchungshaft, sagte der Bonner Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel.

HB MÜNCHEN/BONN. Der frühere Mitarbeiter der Konzernsicherheit des Telekom-Konzerns in Bonn soll dem Bericht zufolge die Bespitzelung von Aufsichtsräten und Journalisten organisiert haben. Dabei wurden Verbindungsdaten abgeglichen, um Kontakte zwischen Telekommitarbeitern und Medienvertretern auszuspähen.

Die Staatsanwaltschaft habe gegen den Verdächtigen inzwischen auch ein Verfahren wegen Untreue eingeleitet, sagte Apostel. Zu den Einzelheiten wollte er aber zunächst keine Stellung nehmen. Laut "Süddeutsche Zeitung" wird dem Tatverdächtigen vorgeworfen, für sittenwidrige Geschäfte die Auszahlung eines hohen sechsstelligen Millionenbetrages veranlasst zu haben. Das Geld soll ohne nennenswerte Gegenleistung gezahlt worden sein. Außerdem gebe es Hinweise, dass er möglicherweise einen fünfstelligen unterschlagen haben könnte.

Die Telekom hatte 2005 und 2006 Verbindungsdaten überprüfen lassen, um undichte Stellen im Konzern über die Weitergabe von vertraulichen Informationen zu schließen. Jüngsten Angaben zufolge waren rund 60 Menschen betroffen. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen acht Personen in der Spitzelaffäre. Der "SZ" zufolge gehen die Ermittler auch dem Verdacht nach, dass der frühere Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke und der ehemalige Telekom-Aufsichtsrat Klaus Zumwinkel den Fernmeldeoberrat zur Bespitzelung der Aufsichtsräte und Journalisten aufgefordert habe.

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