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Datenanalyse in der Cloud: SAP hat es auf Oracle-Kunden abgesehen

Mit einer schnelleren Daten-Analyse-Technik in der Cloud will SAP seinem Konkurrenten Oracle das Leben schwer machen. Der hat derzeit ohnehin zu kämpfen: Das teure Geschäft mit Computer-Servern schwächelt.

Logo von SAP: Das Software-Unternehmen will die Daten-Analyse-Technik "Hana" in die Cloud bringen. Quelle: dpa
Logo von SAP: Das Software-Unternehmen will die Daten-Analyse-Technik "Hana" in die Cloud bringen. Quelle: dpa

StuttgartSAP verschärft im Konkurrenzkampf mit Oracle um die Unternehmenskunden das Tempo. SAP-Kunden könnten künftig schnelle Daten-Analysen in Echtzeit über das Internet nutzen, ohne vorher eine Software auf Computern installieren zu müssen, kündigte der Softwarehersteller am Dienstag in Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien an.

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Denn SAP bringe die Daten-Analyse-Technik "Hana", bei der alle Daten allein in schnellen Computer-Hauptspeichern und nicht länger in langsamen Datenbanken verarbeitet werden, in die Cloud, sagte Technikchef Vishal Sikka in einer Telefonkonferenz.

Dadurch könnten die Unternehmenskunden alle Geschäftsprozesse künftig über das Internet steuern und jede nur denkbare Daten-Analyse jederzeit und von überall in Sekundenschnelle durchführen. Auf große eigene Datenspeicher könnten die Kunden dann verzichten und ihre Daten bei SAP oder Partnern speichern.

Die Stärken von SAP

  • Hoher Börsenwert

    Hohe Schulden, wenig Innovationen, kritische Kunden: SAP stand 2009 gehörig unter Druck. Der niedrige Aktienkurs befeuerte Übernahmegerüchte. Heute brummt das Geschäft wieder, an der Börse ist der Software-Konzern deswegen deutlich mehr wert. Ein Garant für die Eigenständigkeit.

  • Lukratives Wartungsgeschäft

    SAP ist ein Software-Konzern, macht aber inzwischen mehr Umsatz mit der Wartungsverträgen als mit Lizenzen. Das beschert dem Unternehmen langfristig planbare Einnahmen. Das gilt auch für Cloud-Dienste, die bislang noch relativ wenig zum Umsatz beitragen, aber stark wachsen und daher als Geschäft der Zukunft gelten.

  • Zukunftstechnologie Hana

    Mit der superschnellen Datenbank-Technologie Hana hat SAP ein Ass im Ärmel: Weil sie Daten im schnellen Hauptspeicher vorhält und nicht erst von einem langsameren Datenträger holen muss, kann sie laut SAP hunderte Milliarden Datensätze in Echtzeit auswerten. Damit beschleunigt der Software-Hersteller seine betriebswirtschaftlichen Anwendungen – eine Kampfansage an den Rivalen Oracle. SAP will die Technologie aber auch außerhalb des Kerngeschäfts vermarkten, etwa für die medizinische Analytik oder der Steuerung von Stromnetzen. Der Umsatz damit ist noch gering, aber die Chancen sind immens.

Den Wettbewerber Oracle setzen die Walldorfer damit weiter unter Druck, dessen für Milliardensummen erworbenes Geschäft mit Computer-Servern schwächelt derzeit ohnehin. Oracle ist Marktführer bei Datenbank-Systemen, macht SAP aber seit einigen Jahren mit Firmensoftware für Produktionsplanung, Materialwirtschaft oder Personalverwaltung Konkurrenz. SAP ist der derzeit der größte Wiederverkäufer von Oracle-Datenbank-Systemen.

Mit der verstärkten Nutzung von Software über das Internet - die sogenannte Datenwolke ("Cloud") - werden eigene Datenzentren bei den Unternehmen überflüssig, da die Daten dezentral gespeichert werden können und damit günstiger über das Internet verfügbar sind. Für den von SAP "Hana Enterprise Cloud" genannten Service seien bisher 60 Kunden gewonnen worden, die die Dienste testeten, sagte Technikchef Sikka. SAP arbeite dabei unter anderem mit Intel, IBM, Dell sowie Cisco zusammen.

Bisher erwirtschaftet SAP mit Cloud-Software und der Daten-Analyse-Software Hana nur vergleichsweise geringe Umsätze: 2013 sollen sich diese Erlöse auf rund 1,7 Milliarden Euro verdoppeln. Der Gesamtumsatz von SAP lag im vergangenen Jahr bei 16 Milliarden Euro. Bis 2015 soll der Konzernumsatz - nicht zuletzt mit Hilfe von Hana und Cloud-Diensten - auf 20 Milliarden Euro steigen.

  • 08.05.2013, 13:13 UhrKlaus

    @FredC2: Sie haben das Konzept von HANA offensichtlich noch nicht richtig verstanden. SAP HANA ist eine sogenannte In-Memory-Technology und benötigt keine Festplatte für den operativen Betrieb - die Festplatte wird ausschließlich für Backup-Processe benötigt.

  • 07.05.2013, 21:31 UhrFredC2

    Die Darstellung der technischen Vorteile von HANA ist nicht schlüssig: natürlich muss HANA mit Daten versorgt werden, die letztendlich von einer Festplatte kommen - sonst sähe es schlecht aus bei Stromausfall. Auf der anderen Seite ist eine Oracle-Datenbank nicht anderes als ein intelligentes Caching-System. Ob sich HANA sich größflächig durchsetzt bleibt zumindestens spannend.

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