Datenanalyse in der Cloud: SAP hat es auf Oracle-Kunden abgesehen

Datenanalyse in der Cloud
SAP hat es auf Oracle-Kunden abgesehen

Mit einer schnelleren Daten-Analyse-Technik in der Cloud will SAP seinem Konkurrenten Oracle das Leben schwer machen. Der hat derzeit ohnehin zu kämpfen: Das teure Geschäft mit Computer-Servern schwächelt.
  • 2

StuttgartSAP verschärft im Konkurrenzkampf mit Oracle um die Unternehmenskunden das Tempo. SAP-Kunden könnten künftig schnelle Daten-Analysen in Echtzeit über das Internet nutzen, ohne vorher eine Software auf Computern installieren zu müssen, kündigte der Softwarehersteller am Dienstag in Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien an.

Denn SAP bringe die Daten-Analyse-Technik "Hana", bei der alle Daten allein in schnellen Computer-Hauptspeichern und nicht länger in langsamen Datenbanken verarbeitet werden, in die Cloud, sagte Technikchef Vishal Sikka in einer Telefonkonferenz.

Dadurch könnten die Unternehmenskunden alle Geschäftsprozesse künftig über das Internet steuern und jede nur denkbare Daten-Analyse jederzeit und von überall in Sekundenschnelle durchführen. Auf große eigene Datenspeicher könnten die Kunden dann verzichten und ihre Daten bei SAP oder Partnern speichern.

Den Wettbewerber Oracle setzen die Walldorfer damit weiter unter Druck, dessen für Milliardensummen erworbenes Geschäft mit Computer-Servern schwächelt derzeit ohnehin. Oracle ist Marktführer bei Datenbank-Systemen, macht SAP aber seit einigen Jahren mit Firmensoftware für Produktionsplanung, Materialwirtschaft oder Personalverwaltung Konkurrenz. SAP ist der derzeit der größte Wiederverkäufer von Oracle-Datenbank-Systemen.

Mit der verstärkten Nutzung von Software über das Internet - die sogenannte Datenwolke ("Cloud") - werden eigene Datenzentren bei den Unternehmen überflüssig, da die Daten dezentral gespeichert werden können und damit günstiger über das Internet verfügbar sind. Für den von SAP "Hana Enterprise Cloud" genannten Service seien bisher 60 Kunden gewonnen worden, die die Dienste testeten, sagte Technikchef Sikka. SAP arbeite dabei unter anderem mit Intel, IBM, Dell sowie Cisco zusammen.

Bisher erwirtschaftet SAP mit Cloud-Software und der Daten-Analyse-Software Hana nur vergleichsweise geringe Umsätze: 2013 sollen sich diese Erlöse auf rund 1,7 Milliarden Euro verdoppeln. Der Gesamtumsatz von SAP lag im vergangenen Jahr bei 16 Milliarden Euro. Bis 2015 soll der Konzernumsatz - nicht zuletzt mit Hilfe von Hana und Cloud-Diensten - auf 20 Milliarden Euro steigen.

Kommentare zu " Datenanalyse in der Cloud: SAP hat es auf Oracle-Kunden abgesehen"

Alle Kommentare
  • @FredC2: Sie haben das Konzept von HANA offensichtlich noch nicht richtig verstanden. SAP HANA ist eine sogenannte In-Memory-Technology und benötigt keine Festplatte für den operativen Betrieb - die Festplatte wird ausschließlich für Backup-Processe benötigt.

  • Die Darstellung der technischen Vorteile von HANA ist nicht schlüssig: natürlich muss HANA mit Daten versorgt werden, die letztendlich von einer Festplatte kommen - sonst sähe es schlecht aus bei Stromausfall. Auf der anderen Seite ist eine Oracle-Datenbank nicht anderes als ein intelligentes Caching-System. Ob sich HANA sich größflächig durchsetzt bleibt zumindestens spannend.

Serviceangebote