Datenleck in 2013 Hacker knackten drei Milliarden Yahoo-Konten

Es ist das größte Datenleck der Geschichte: Yahoo gibt zu, dass bei dem Hackerangriff im Jahre 2013 alle drei Milliarden Nutzer betroffen waren. Die Angreifer klauten Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern.
Update: 04.10.2017 - 06:45 Uhr Kommentieren
Die Ruinen des Internets
ROD SCHROCK
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Wer zu den frühen Nutzern des World Wide Web zählt, wird sich vielleicht noch an diese Ansicht erinnern: Altavista war eine der ersten Suchmaschinen, hier präsentiert vom damaligen Firmenchef Rod Schrock. 20 Millionen Seiten umfasste der Index – 1995 war das atemberaubend. Während die meisten Suchmaschinen redaktionell gepflegte Kataloge und Verzeichnisse waren, ließ Altavista ließ einen Spider, also einen Roboter automatisch das junge Web durchkämmen. Der Abstieg begann, als der PC-Hersteller Compaq 1998 die Betreiberfirma DEC kaufte und mehrfach die Strategie änderte. Ein gewisses Unternehmen namens Google krempelte mit seinen Innovationen die Web-Suche um, Altavista hielt nicht mehr Schritt. Nach einer Serie von Verkäufen landete das Unternehmen 2003 schließlich bei Yahoo – zehn Jahre nach der Übernahme stellt der Internet-Riese die Suchmaschine ein.

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Mit einer Suchmaschine versuchte sich auch Jimmy Wales, Mitgründer der Wikipedia. Und wie beim Mitmach-Lexikon sollten die „Bürger des Internets“ an der Entwicklung von Wikia mitarbeiten, etwa indem sie Seiten als Spam markieren. Doch die Initiative für „Transparenz und Offenheit“ scheiterte grandios. 2009, weniger als zwei Jahre nach dem Start, ging die Suchmaschine bereits wieder vom Netz. Zu wenige Nutzer verwendeten Wikia, noch weniger beteiligten sich. Gegen die überlegene Technologie von Google kam auch Jimmy Wales nicht an.

huGO-BildID: 16416832 Ein Logo von AOL steht am Dienstag, 12. Januar 2010 im Hauptsitz der Firma in Hamburg. Das Internet-Unternehmen AOL entlaesst n
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„Bin ich schon drin?“, fragte Boris Becker 1999. Die Werbung ist legendär: Der Tennisstar und Millionen weitere Deutsche machten mit AOL die ersten Gehversuche im Internet. Das US-Unternehmen gestaltete für sie ein eigenes Portal mit Nachrichten, Spielen und Chat – ein „walled garden“, ein abgeschlossener Bereich also. Doch das Geschäft mit den Internetzugängen bröckelte, und Informationen gab es überall kostenlos im Netz. 2010 zog sich AOL aus Deutschland zurück, um auf dem Heimatmarkt USA investieren zu können. Ein kleiner Trost für treue Nutzer: Das Portal AOL.de ist erhalten geblieben – wenn auch in einer abgespeckten Version.

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Was heute Facebook ist, war in den Frühzeiten des WWW Geocities: Bei dem Dienst konnten sich Nutzer eigene Seiten einrichten, daneben stand mehr oder weniger grelle Werbung. Die Hochzeiten hatte das 1994 gegründete Portal vor der Jahrtausendwende, im Dotcom-Boom kaufte es Yahoo für sagenhafte 3,5 Milliarden Dollar. Doch das Web veränderte sich: MySpace und Facebook machten es noch leichter, eine eigene Präsenz aufzubauen, immer mehr Geocities-Nachbarschaften wurden zu Geisterstädten. 2009 schloss Yahoo den Dienst, abgesehen von der japanischen Version.

Friendster
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Als erstes soziales Netzwerk moderner Prägung gilt Friendster: Ein kanadischer Programmierer gründete die Plattform 2002, und damit vor MySpace und Facebook. In den ersten Monaten meldeten sich Millionen von Nutzern an, Investoren pumpten Geld in die Firma. 2003 war Friendster Pflicht. Doch das Internet ist schnelllebig, erst überholte MySpace den Pionier, später Facebook. 2009 übernahm ein malaysischer Konzern das Netzwerk. Heute positioniert sich Friendster als eine Website für Social Games.

SchülerVZ schließt
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In Deutschland machten StudiVZ und später auch SchülerVZ und MeinVZ Furore. Der Erfolg der VZ-Netzwerke war jedoch von kurzer Dauer – US-Riese Facebook überrollte das deutsche Unternehmen. Für die Schüler-Plattform hatte es sich im April ausgegruschelt: „Wir machen's kurz: Es ist vorbei“, teilte das Unternehmen mit. Die anderen Seiten sind noch online, Zukunft: mehr als ungewiss. Das Ende von SchülerVZ dürften nicht nur die Mitglieder, sondern auch Datenschützer bedauern: Die Seite war zuletzt ein Vorbild beim Umgang mit den Informationen der Nutzer.

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Bei sozialen Netzwerken ist Facebook das Maß der Dinge – daran konnte auch Apple mit seinem Dienst Ping nichts ändern. Die eng mit der Multimedia-Software iTunes verknüpfte Plattform sollte den Mitgliedern die Möglichkeit bieten, sich über Musik auszutauschen. Doch nur wenige engagierten sich. 2012, nur zwei Jahre nach dem Start, stellte der iKonzern Ping wieder ein.

San FranciscoVom massiven Datenklau bei Yahoo im Jahr 2013 waren alle drei Milliarden Nutzerkonten bei dem Internet-Konzern betroffen. Bisher war von einer Milliarde Accounts die Rede gewesen - und schon damit war es der Daten-Diebstahl mit dem größten Ausmaß.

Man habe kürzlich neue Informationen erhalten, die auf mehr Betroffene schließen ließen, teilte der neue Yahoo-Eigentümer, der Telekom-Anbieter Verizon, in der Nacht zum Mittwoch mit. Unter den gestohlenen Daten seien keine Passwörter im Klartext sowie keine Kreditkarten- oder Kontoinformationen, bekräftigte Verizon.

Nach bisherigen Informationen verschafften sich die Angreifer aber Zugriff auf Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern sowie unkenntlich gemachte Passwörter. Ein Problem ist, dass auch Antworten auf Fragen bei vergessenen Passwörtern betroffen sein könnten, die auch auf anderen Websites vorkommen könnten.

Nach wie vor ist unklar, hinter wie vielen der Accounts zum Zeitpunkt der Attacke noch aktive Nutzer steckten. Die betroffenen Nutzerkonten verteilten sich auf diverse Yahoo-Dienste. Yahoo hatte im vergangenen Jahr erst einen Hackerangriff im Jahr 2014 eingeräumt, von dem 500 Millionen Nutzerkonten betroffen waren.

Kurz darauf wurde die vorherige, größere Attacke von 2013 bekannt. Die Enthüllungen führten dazu, dass der Kaufpreis für Yahoo um 350 Millionen Dollar gesenkt wurde. Verizon zahlte immer noch knapp 4,5 Milliarden Dollar. Die damalige Yahoo-Chefin Marissa Mayer verzichtete auf Bonuszahlungen.

Auch wenn der Yahoo-Hack die meisten Betroffenen hat, könnte die jüngste Cyberattacke auf die Wirtschaftsauskunftei Equifax noch schwerwiegendere Folgen haben. Denn bei den dort betroffenen 145,5 Millionen Amerikanern könnte auch die Sozialversicherungsnummer gestohlen worden sein. Mit der kann man sich in den USA bei Vertragsabschlüssen identifizieren.

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