Datenschützer
„Google muss weniger Daten speichern“

Im Gespräch mit Handelsblatt.com erklärt der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Peter Schaar, welche Informationen Google speichert und warum sensible Daten der Nutzer nicht sicher sind.

Frage: Herr Schaar, welche Daten sammelt Google?

Peter Schaar: Bei der klassischen Suche speichert Google die Suchanfrage selbst und zusätzlich, woher ein Nutzer kommt und wohin er geht – also die Webadresse (URL), von der er zur Suchmaschine gelangt und die URL, die er nach seiner Anfrage ansteuert. Außerdem merkt sich der Google-Server die IP-Nummer, das Betriebssystem und den Browsertyp des Computers.

Die meisten Internet-Anbieter vergeben bei jeder Einwahl eine neue IP-Nummer. Wie können die Suchen einem bestimmten PC zugeordnet werden?

Die Google-Dienste speichern kleine Dateien auf den Computern der Nutzer, so genannte Cookies. So kann über einen längeren Zeitraum verfolgt werden, welche Suchanfragen von einem bestimmten Gerät aus gestellt wurden. Auch andere Services liefern Informationen an Google: Der neue Internet-Browser Chrome zum Beispiel steuert nicht nur die Seite an, deren Webadresse ins Browserfenster eingegeben ist. Er sendet die angesteuerten Webadressen auch direkt an Google. Jeder Chrome-Browser erhält zudem eine eigene, bislang unveränderliche Kennnummer und ist somit von Google jederzeit eindeutig identifizierbar.

Was ist daran aus Sicht von Datenschützern bedenklich?

Google argumentiert, es würde sich gar nicht um personenbezogene Daten handeln. Wir sehen das anders. Spätestens bei der Nutzung eines personalisierten Dienstes wie G-Mail sind die Nutzer sogar namentlich bekannt, denn dort registrieren sich Nutzer mit persönlichen Angaben. Daraus lässt sich ein umfangreiches Nutzer-Profil erstellen.

Und was ist mit Nutzern, die sich nicht für personalisierte Dienste registrieren?

Auch ohne diese individuellen Angaben lässt sich das Surfverhalten Einzelner sehr genau abbilden – und über die IP-Adresse können die Angaben nachträglich den Nutzern zugeordnet werden, wenn sie mit den bei den Zugangsanbietern vorgehaltenen Daten verknüpft werden. Dies kann etwa bei strafrechtlichen Ermittlungen und Recherchen von Nachrichtendiensten geschehen, aber auch auf Veranlassung der Film- und Musikindustrie, die Urheberrechtsverletzungen verfolgen will. Google selbst sammelt nicht nur bei Suchanfragen eine Vielzahl von Daten, sondern auch bei vielen anderen Diensten, etwa dem Filmportal Youtube oder bei Google Earth.

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