Datenschutz-Skandal
Telekom verwahrte Telefondaten ihrer Aufsichtsräte in Aktenordnern

Der Datenschutz der Deutschen Telekom offenbart immer größere Löcher. Nach Informationen des Handelsblatts hat die Mobilfunktochter T-Mobile International jahrelang die Einzelverbindungsnachweise von den Privatanschlüssen ihrer Aufsichtsräte aufbewahrt.

DÜSSELDORF. Ein Ausspionieren der Telefongespräche war dort gar nicht nötig - Interessierte mussten nur in den Verbindungsnachweisen nachsehen, die das Sekretariat des Aufsichtsratsbüros in Ordnern abgeheftet hatte.

Die Telekom räumt ein, die Listen aufgehoben zu haben. "Eine Auswertung der Daten oder ein Missbrauch ist nach Aussagen der Beteiligten nicht vorgekommen", erklärte ein Sprecher. "Mittlerweile ist die Vorgehensweise geändert. Einzelverbindungsnachweise werden nicht mehr erstellt. Die Einzelverbindungsnachweise wurden eingesammelt und versiegelt."

Die Telekom zahlt ihren Aufsichtsräten als freiwillige Leistung einen privaten Festnetz- und DSL-Anschluss sowie einen Handy-Vertrag. Einige Aufsichtsräte hatten bereits vor ihrem Engagement bei der Telekom für ihre privaten Anschlüsse Einzelverbindungsnachweise bestellt. Als sie in das Kontrollgremium der Mobilfunktochter eintraten, hat der Bonner Konzern ihre Rechnungen übernommen - und fortan auch die Verbindungsnachweise erhalten und aufbewahrt.

Ans Licht kam dieses Vorgehen im Mai dieses Jahres, als der Konzern im Zuge der Spitzelaffäre sein Datenschutzkonzept überprüft hat.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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