Datenschutz-Streit

Google droht Strafe in Frankreich

Gilt das „Recht auf Vergessen“, das Google Nutzern nach EU-Regeln einräumen muss, weltweit – oder nur in Europa? Für Frankreichs Datenschützer ist klar: Die Daten müssen überall gelöscht werden – sonst wird’s teuer.
Möchte ein Bewohner der EU ein Google-Suchergebnis mit seinem Namen entfernen lassen, ist der Konzern verpflichtet, dem Folge zu leisten – nach Ansicht von französischen Datenschützern sogar weltweit. Quelle: AFP
Löschen von Suchergebnissen

Möchte ein Bewohner der EU ein Google-Suchergebnis mit seinem Namen entfernen lassen, ist der Konzern verpflichtet, dem Folge zu leisten – nach Ansicht von französischen Datenschützern sogar weltweit.

(Foto: AFP)

ParisGoogle hat im Streit über die Löschung persönlicher Daten in seiner Suchmaschine einen Rückschlag in Frankreich erlitten. Die dortige Datenschutzbehörde CNIL bekräftigte am Montag, dass der US-Internetriese bestimmte Daten französischer Nutzer nicht nur auf seinen europäischen Seiten löschen müsse, sondern weltweit. Das Amt lehnte eine Berufung Googles dazu ab. Der Suchmaschinenbetreiber müsse nun umgehend die Auflagen erfüllen und mit der Löschung beginnen, sagte ein CNIL-Sprecher. Andernfalls würden die Datenschützer in den nächsten zwei Monaten eine Strafe von bis zu 150.000 Euro verhängen. Im Wiederholungsfall müsste Google 300.000 Euro zahlen.

Damit wäre Frankreich das erste Land, dass Google in diesem Konflikt Sanktionen auferlegt. Der Konzern steht seit Jahren in der Kritik, weil er sich weigert, persönliche Informationen zu löschen. Im Mai 2014 stärkte der Europäische Gerichtshof (EuGH) jedoch das „Recht auf Vergessen“ im Internet. Demnach muss Google unter bestimmten Umständen Verweise auf Internetseiten mit sensiblen persönlichen Informationen von Europäern aus der Ergebnisliste seiner Suchmaschine entfernen.

Googles Alphabet ist keine Neuerfindung
Ebay
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Wer bei Ebay ersteigerte, konnte direkt „hausintern“ die Rechnung begleichen – mit dem Bezahldienst Paypal. Den hatte das Online-Auktionshaus 2002 für rund 5,1 Milliarden Dollar gekauft. Doch Ebay entschied sich zur Abspaltung: Als unabhängiges Unternehmen habe Paypal „gewaltiges Potenzial“, seine Rolle als die Nummer eins bei Verbrauchern, Partnern und Händlern auszubauen, erklärte Unternehmenschef Dan Schulman...

Paypal
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Im Juli startete Paypal an der Börse. Der Kurs der Aktie stieg am ersten Tag nach der Trennung bis Börsenschluss um mehr als fünf Prozent auf 40,47 Dollar pro Aktie. Paypal wird damit mit mehr als 49 Milliarden Dollar (45 Milliarden Euro) bewertet – und überflügelt damit die ehemalige Mutter klar: Ebay ist an der Börse rund 34 Milliarden Dollar wert.

IBM
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IBM hat seine Ursprünge in der Herstellung von Büromaschinen wie Lochkartensortierern oder Tabelliermaschinen. Später standen auch Computer auf der Produktpalette des US-Konzerns. Doch diese Zeiten haben sich geändert: IBM verkaufte sein PC-Geschäft an Lenovo und die verlustbringende Chipsparte an die von einem arabischen Staatsfonds kontrollierte Firma Globalfoundries. Der Konzern will sich weg vom klassischen Computer-Geschäft und hin zu einem modernen Anbieter von Daten-Analyse und Cloud-Services entwickeln. Das gestaltet sich allerdings schwierig. Von April bis Juni sanken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 20,81 Milliarden Dollar, der Gewinn ging um 17 Prozent auf 3,45 Milliarden Dollar zurück. „Die Ergebnisse zeigen, dass wir uns weiter im Wandel befinden“, kommentierte IBM-Chefin Ginni Rometty die Zahlen.

Sony
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Sony (im Bild das Handheld 3DS) machte die vergangenen drei Jahre Verluste, verdient aber nach dieser langen Durststrecke inzwischen wieder ordentlich Geld. Im vergangenen Quartal gab es einen Gewinn von 82,4 Milliarden Yen (600 Millionen Euro) - drei Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Als Retter für Sony erweisen sich immer mehr die Kamera-Sensoren, die in vielen Smartphones anderer Hersteller zum Einsatz kommen. Das eigene Handy-Geschäft bringt Sony hingegen rote Zahlen. Von seinem eigenen PC-Geschäft und der Marke Vaio hatten sich die Japaner Anfang 2014 getrennt.

Nokia
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Wer in den 1990er Jahren mobil telefonierte, der hatte bestimmt ein Nokia-Telefon in der Hand. Das finnische Unternehmen war Weltmarktführer, verschlief aber wichtige Trends und litt unter zu hohen Kosten. 2013 verkaufte Nokia seine Handysparte an Microsoft, um sich auf Netzwerkausrüstung zu konzentrieren. Mitte 2015 schlug Nokia zudem den Kartendienst Here los. Doch inzwischen läuft der Comeback-Versuch im Handy-Geschäft an: Nokia testet neue Produkte, stellt Software-Experten ein und liebäugelt mit Vertriebspartnern sowie Lizenzverträgen. Das Ass im Ärmel der Finnen ist ihr Fundus an Patenten – einem der größten der gesamten Branche. Doch bis 2016 sind Nokia die Hände gebunden, bis dahin darf der Konzern nicht mit Microsoft konkurrieren.

Hewlett-Packard
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Sie waren die ersten im Silicon Valley, doch hängen mittlerweile der Konkurrenz hinterher: Im zweiten Quartal schrumpfte der Umsatz von HP im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar. Der 75 Jahre alte Konzern will sein Computer- und Drucker-Geschäft in einer neuen Gesellschaft bündeln, getrennt von den zukunftsträchtigeren Bereichen mit Computerservern und Datenspeichern für Firmen sowie sonstigen Dienstleistungen.

Verizon
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Auch AOL hat eine glorreiche Vergangenheit: Zu seiner Blütezeit hatte der Internetkonzern mehr als 30 Millionen Kunden weltweit. Doch das Platzen der Internetblase machte dem Konzern zu schaffen: Im Mai 2015 wurde der Konzern für lediglich noch 4,4 Milliarden Dollar vom US-Telekommunikationsriesen Verizon aufgekauft. Der handelte damit nach seiner neuen Strategie: Verizon will im Video- und Werbegeschäft mitmischen.

Google wehrt sich dagegen, dass die Vorgabe für die ganze Welt gelten soll. Eine einzelne nationale Datenschutzbehörde dürfe nicht vorschreiben, auf welche Internetseiten Menschen in anderen Ländern Zugriff haben sollten, so ein Konzernsprecher.

  • rtr
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