Datenskandal
Telekom-Datenskandal weitet sich aus

Der Kreis der Betroffenen in der Bespitzelungsaffäre der Deutschen Telekom weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft geht inzwischen davon aus, dass neben den Verbindungsdaten von Aufsichtsräten der Arbeitnehmerseite und Journalisten auch die von Betriebsräten und anderen Mitarbeitern ausgespäht wurden.

HB BONN. Neben Aufsichtsräten der Arbeitnehmerseite und Journalisten geht die Staatsanwaltschaft inzwischen davon aus, dass auch Betriebsratsangehörige und andere Mitarbeiter des Konzerns ausgespäht wurden. Die Telekom hatte Mitte Mai Strafanzeige erstattet und alle verfügbaren Verbindungsdaten der Staatsanwaltschaft übergeben.

Die Telekom hatte Mitte Mai Strafanzeige erstattet und alle verfügbaren Verbindungsdaten der Staatsanwaltschaft übergeben. „Dass auch Betriebsräte bespitzelt wurden, die unter dem Schutz der Betriebsverfassung die Arbeitnehmerrechte wahren und das besondere Vertrauen der Belegschaften genießen, gibt den ungeheuerlichen Vorgängen eine zusätzliche Dimension der Anstößigkeit“, sagte der Telekom-Vorstand für den Datenschutz, Manfred Balz.

Balz hatte bei seinem Amtsantritt Ende Oktober auch personelle Konsequenzen angekündigt und Taten folgen lassen: Fünf Mitarbeiter wurden zunächst beurlaubt. Vergangene Woche trat T-Mobile- Deutschland-Chef Philipp Humm als Sprecher der Geschäftsführung der Telekom-Tochter zurück.

Humm konzentriere sich künftig allein auf die Führung des integrierten Vertriebs für Privat- und Geschäftskunden. Der neue Sprecher der Geschäftsführung, über den noch nicht entschieden sei, werde sich künftig nicht nur um die Unternehmensstrategie, sondern auch um die Bereiche Datenschutz, Recht und Sicherheit kümmern, hieß es weiter. Damit komme diesen Themen ein stärkeres Gewicht zu, erklärte Hamid Akhavan, der dem Aufsichtsrat von T-Mobile-Deutschland vorsteht.

Die Telekom hatte Anfang Oktober nach entsprechenden Medienberichten eingeräumt, dass im Jahr 2006 T-Mobile-Datensätze von rund 17 Millionen Mobilfunkkunden entwendet worden waren. Das entspricht etwa der Hälfte aller Handyverträge, die T-Mobile damals hatte. Die Telekom habe damals die Staatsanwaltschaft Bonn informiert und ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft

Die gestohlenen Daten umfassten nach Angaben des Konzerns Name, Anschrift und Mobilfunknummer der betroffenen Kunden, zum Teil auch Geburtsdaten und in wenigen Fällen die E-Mail-Adresse. Telekom-Chef René Obermann hatte von einem „sehr ärgerlichen Vorfall“ gesprochen und sich bei den Kunden entschuldigt.

Außerdem gab am Dienstag die Staatsanwaltschaft Bonn bekannt, dass sie erste Betroffene der Spitzelaffäre informiert hat. Nach der Auswertung von Daten im Rahmen der Bespitzelungsaffäre seien nun erste Opfer des Missbrauchs von Verbindungsdaten benachrichtigt worden.

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