Dauerfehde
Intel und AMD schließen Frieden

Die beiden weltgrößten Computerchip-Hersteller Intel und AMD schließen nach jahrelangen erbitterten Konflikten Frieden. Sie hätten sich geeinigt, alle Streitigkeiten beizulegen, darunter Wettbewerbsklagen und einen Patent-Streit, teilten die Konzerne mit. Intel soll de dem viel kleineren Konkurrenten einen Milliardenbetrag zahlen.
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rut/asd/jojo BRÜSSEL/NEW YORK/MÜNCHEN. Der Kampf zwischen den Chipherstellern Intel und AMD ist vorüber. Die beiden US-Konzerne haben sich gestern darauf geeinigt, alle Streitigkeiten zu beenden: Wettbewerbsklagen würden zurückgezogen und wichtige Patentauseinandersetzungen seien geklärt, teilten die Firmen mit. Zudem zahle Intel dem viel kleineren und hochdefizitären Konkurrenten im Rahmen der Einigung 1,25 Mrd. Dollar.

Seit Jahren beherrscht der Halbleiterkonzern Intel das Geschäft mit Prozessoren, den Gehirnen eines jeden Rechners. Auf diesem Gebiet hält die Firma einen Marktanteil von 80 Prozent. Konkurrent AMD steht für den größten Teil der restlichen 20 Prozent. Die Dominanz von Intel sei das Ergebnis unfairer Vertriebspraktiken, behauptete AMD bisher.

Mit dieser Auffassung konnte sich die Firma unter anderem bei der EU durchsetzen. Zuletzt war Intel in dem Wettbewerbsstreit aber auch in Amerika unter Druck geraten. Anfang November erhob die New Yorker Staatsanwaltschaft eine Klage gegen den weltgrößten Chiphersteller mit dem Vorwurf milliardenschwerer illegaler Rabatte und Bestechungszahlungen.

„Die Einigung wird den Wettbewerb verändern“, zeigte sich gestern AMD-Chef Dirk Meyer zuversichtlich. Intel habe sich mit AMD darauf verständigt, gewisse Regeln einzuhalten, die fairen Wettbewerb garantieren. Analysten kommentierten die Einigung positiv. „Je länger sich die Auseinandersetzung hingezogen hat, desto teurer ist sie für Intel geworden“, sagte Roger Kay von Endpoint Technologies Associates. Durch den Deal habe der Konzern Milliardenausgaben vermieden. Die EU-Kommission hat Intel gestern davor gewarnt, nach der Einigung mit AMD zu rechtswidrigen Vertriebspraktiken zurückzukehren. Die Brüsseler Wettbewerbsbehörde werde genau beobachten, ob Intel alle im Mai von der EU-Kommission verhängten Auflagen erfülle, sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes.

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