De Pouzilhac kann die Wahl seines Rivalen Bolloré in den Verwaltungsrat nicht verhindern
Havas-Chef deutet Rücktritt an

Die Hauptversammlung des französischen Werbekonzerns Havas hat mit einer herben Niederlage für Konzern-Chef Alain de Pouzilhac geendet. Die Aktionäre wählten gegen die Empfehlung des Havas-Verwaltungsrates, an dessen Spitze de Pouzilhac steht, vier Vertreter des französischen Investors Vincent Bolloré in das Gremium, darunter Bolloré selbst. Nach der Wahl sagte de Pouzilhac: "Ich werde daraus für mich die Konsequenzen ziehen, die nötig sind."

HB PARIS. Bolloré hatte zuvor rund 20 Prozent des Kapitals an dem mit 1,5 Mrd. Euro Umsatz sechsgrößten Werbekonzern der Welt erworben und war zum größten Einzelaktionär aufgestiegen. Deshalb hatte er vier Sitze in dem 18 Mitglieder zählenden Verwaltungsrat gefordert. Die Börse honorierte Bollorés Erfolg nicht: Die Havas-Aktie gab 2,5 Prozent nach. Analysten verweisen auf die nun unklare Lage beim Werbekonzern.

Wochenlang hatten sich der Havas-Chef und der neue Großaktionär öffentlich beharkt. De Pouzilhac wollte Bolloré den Einzug in den Verwaltungsrat verwehren, da dieser nie offen dargelegt gelegt habe, was er mit seiner Beteiligung vorhat. Der Havas-Chef vermutet, Bolloré wolle Havas zerschlagen oder übernehmen, ohne den Aktionären eine Prämie zu zahlen.

Nach der monatelangen Medienschlacht gilt das Verhältnis zwischen den beiden als vollkommen zerrüttet. Damit droht eine Lähmung an der Spitze von Havas - sofern de Pouzilhac nicht zurücktritt. "Ich wünsche seinen Weggang nicht, doch sollte er zurücktreten, wird es bei Havas weitergehen", sagte Bolloré.

Auch auf der turbulenten Hauptversammlung kam es mehrmals zum verbalen Schlagabtausch zwischen den Rivalen. Bolloré verwahrte sich gegen den Vorwurf, er sei ein Raider: "Unsere Firmengruppe gibt es seit 183 Jahren und wird in der sechsten Familiengeneration geführt." Er bekräftigte erneut, langfristig bei Havas engagiert zu bleiben.

Doch auf auch Nachfragen anderer Aktionäre ließ Bolloré offen, welche Vorschläge er für die Unternehmensstrategie hat. "Es ist schwer, sich weiter über die Strategie zu äußern, da ich nur die Finanzlage des Konzerns als einfacher Aktionär kenne", sagte Bolloré. Die strategischen Optionen hingen von den finanziellen Möglichkeiten ab.

Bolloré kritisierte, dass Havas einige schlechte Zukäufe im Ausland getätigt habe, was den Unternehmenswert gedrückt habe. Er spielte damit auf Zukäufe von Havas in den USA Anfang 2000 an, zur Hochphase der Internet-Blase.

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