Debatte um Qualitätsjournalismus
Journalistenverband fordert anständige Bezahlung

Der Deutsche Journalisten-Verband prangert schlechte Arbeitsbedingungen in Redaktionen an. Wer weiterhin das Personal ausdünne, gefährde den Qualitätsjournalismus, so die Interessenvertretung der Journalisten.
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StuttgartVor Beginn des Zeitungsverleger-Kongresses in Stuttgart hat der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) die schlechten Arbeitsbedingungen in Redaktionen angeprangert. „Weiterhin die Redaktionen personell auszudünnen oder gar zu schließen, ist keine Lösung, um Qualitätsjournalismus zu erhalten“, monierte der DJV Baden-Württemberg. Dazu gehöre auch eine anständige Bezahlung der Beschäftigten. Stattdessen umgingen die Verleger Tarife, setzten auf einen Sparkurs und hielten nicht die allgemeinen Vergütungsregeln ein. Gleichzeitig falle in den Redaktionen immer mehr Arbeit an.

An diesem Montag und Dienstag diskutiert der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) über den Stellenwert von Journalismus in Zeiten großer weltpolitischer Herausforderungen. Zum Kongress in der Carl Benz Arena reisen mehr als 400 Gäste aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Medien an. Als Teilnehmer erwartet BDZV-Präsident Mathias Döpfner unter anderem Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne), den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz sowie den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer. Eingeladen sind auch Fußball-Nationaltrainer Joachim Löw und Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Der DJV Baden-Württemberg forderte die Verleger auf, die Tarifflucht zu beenden. Zeitungsverlage lagerten ihre Redaktionen in nicht tarifgebundene Gesellschaften aus. Darüber hinaus würden Volontäre als billige Arbeitskräfte missbraucht, statt sie nach dem neuen Ausbildungstarifvertrag fundiert auszubilden, hieß es. Der DJV sehe die Pressevielfalt in Gefahr, besonders im Lokalen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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