Den Börsenaspiranten könnte bereits kommendes Jahr ein Einbruch am Wafermarkt belasten
Kurzer Aufschwung für Siltronic

Siltronic-Chef Wilhelm Sittenthaler steht unter Druck: Dem Münchener Börsenaspiranten bleibt kaum Zeit, um in die schwarzen Zahlen zu kommen.

MÜNCHEN. Denn die Analysten des amerikanischen Marktforschers Semico Research Corp. warnen davor, dass bereits nächstes Jahr der Aufschwung in der Waferbranche zu Ende gehen könnte. Auslöser des erneuten Einbruchs seien zahlreiche hochmoderne Wafer-Fabriken, die 2005 in Betrieb gehen werden. Zudem würden bestehende Anlagen aufgerüstet. Dies könnte zu Überkapazitäten und damit zu einem Preisverfall führen. Die schlechten Aussichten könnten die Begeisterung der Anleger für die Aktie deutlich dämpfen.

Die Siltronic AG soll noch vor Ostern als erstes größeres deutsches Unternehmen seit zwei Jahren an die Börse gehen. Doch die Firma steckt tief in den roten Zahlen. Vergangenes Jahr musste die Tochter des Münchener Chemiekonzerns Wacker einen Betriebsverlust von knapp 87 Mill. Euro hinnehmen. Der Umsatz ging um rund 5 % auf etwa 877 Mill. Euro. Trotzdem will Wacker mit der Emission nach Angaben von Bankenkreisen bis zu 1 Mrd. Euro einsammeln. Details zu dem Börsengang sollen in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.

Der Zeitpunkt der Emission ist bewusst gewählt, denn die Wafer-Industrie befindet sich im Aufschwung. So kletterte der Umsatz der Branche vergangenes Jahr im Vergleich zu 2002 um 5,5 % auf 5,8 Mrd. $. Die verkaufte Menge ist noch viel stärker gestiegen: Allein im vierten Quartal lagen die Auslieferungen nach Angaben des Branchenverbands Semi knapp ein Viertel über dem Vorjahr. Die Industrie erholt sich damit vom schwersten Einbruch ihrer Geschichte: Im Jahr 2001 war der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 30 % eingebrochen.

Jetzt scheint die Branche aber endlich wieder voll in Fahrt. „Die Kapazitätsauslastung nimmt zu und die Nachfrage nach Wafern steigt“, betonte jüngst Semi-Chef John Kaufmann. Für 2004 sagte er ein zweistelliges Plus voraus. Wachstumstreiber seien die große Nachfrage nach Geräten der Unterhaltungselektronik und die starke US-Wirtschaft. Die Experten von Semico erwarten für das laufende Jahr sogar Kapazitätsengpässe.

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