„Der Baader-Meinhof-Komplex“
RAF-Film soll Constantin vergolden

Weil das Fernsehgeschäft unter Margendruck gerät, hofft Constantin-Film auf das Ausland – und die heimischen Kinobesucher. Am 25. September kommt „Der Baader-Meinhof-Komplex“ in die deutschen Lichtspielhäuser. Der RAF-Film soll den Münchenern ein Rekordjahr bescheren.

DÜSSELDORF. Die Verfilmung der Geschichte der Roten Armee Fraktion (RAF) soll der Constantin Film eine neue Rekordbilanz bescheren. „Mein Ziel ist es, dass ,Der Baader-Meinhof-Komplex' der erfolgreichste Film der Constantin in diesem Jahr wird. Die Produktion von Bernd Eichinger soll den mit 2,6 Millionen Kinobesuchern bereits überaus erfolgreichen Film ,Die Welle’ noch übertreffen“, sagte Vorstandschef Fred Kogel am Mittwoch dem Handelsblatt. „Ich bin mir sicher, dass der ,Baader-Meinhof-Komplex' hervorragend läuft. Das stimmt mich für das zweite Halbjahr optimistisch“, erklärte der Filmmanager.

Der aufwändige Streifen des Produzenten Bernd Eichinger („Das Parfüm“) über die Terror-Gruppe kommt am 25. September in die deutschen Kinos und wird später in der ARD laufen. Das Budget für das RAF-Drama liegt über der 13,5 Mill. Euro teueren Eichinger-Produktion „Der Untergang“ . Genaue Angaben zu den Kosten des „Baader-Meinhof-Komplex“ wollte Constantin auf Anfrage nicht machen.

Schon bislang läuft das Kinogeschäft für das börsennotierten Unternehmen überdurchschnittlich. Filme wie „Die Welle“, „Asterix bei den Olympischen Spielen“ und die Komödie „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ konnten an der Kinokassen Erfolg feiern. Auch andere Unternehmen wie beispielsweise der Kinokonzern Cinemaxx blicken zuversichtlich auf das Filmjahr. „2008 wird ein gutes Kinojahr werden“, sagte Cinemaxx-Vorstand Christian Gisy gestern.

Die Constantin Film bekräftige am Mittwoch ihre Jahresprognose. Das Unternehmen, das sich zu mehr als 95 Prozent der Schweizer Filmfirma Highlight gehört und indirekt vom Filmhändler Leo Kirch kontrolliert wird, rechnet mit einer Steigerung der Erlöse auf mindestens 230 Mill. Euro (Vorjahr: 225 Mill.).

In dieser Schätzung sind die ausgesprochen hohen Erwartungen an der Verfilmung des Buches „Baader-Meinhof-Komplex“ des früheren „Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust noch nicht eingerechnet. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll mit mindestens zwölf Mill. Euro stabil bleiben.

Sorgen macht derzeit das Fernsehgeschäft in Deutschland. Sowohl die privaten Fernsehkonzerne Pro Sieben Sat 1 und RTL als auch ARD und ZDF sparen am Programm. Das bekommt die Constantin wie ihre Konkurrenten UFA und Studio Hamburg zu spüren. „In der Fernsehproduktion hat sich der Margendruck noch verschärft“, berichtet der frühere Sat1-Chef Kogel. Große Sportereignisse wie die Olympischen Spiele und die Fußball-EM würden den Spardruck zudem verschärfen. Die Zurückhaltung der Programmchefs und das Fehlen großer Produktionen wie dem ZDF-Dreiteiler „Afrika, mon amour“ wie im vergangenen Jahr haben in ersten sechs Monaten bei der Constantin für einen Umsatzrückgang gesorgt. Die Erlöse sanken um vier Prozent auf 110 Mill. Euro. Auch auf Jahressicht werden die Einnahmen aus dem TV-Geschäft unter dem Vorjahr liegen. „Wir erwarten für dieses Jahr Erlöse von etwa 110 Mill. Euro im Bereich TV-Auftragsproduktion“, sagte Kogel. 2007 erzielte die Constantin aus diesem Geschäftsbereich noch 123 Mill. Euro.

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