Der Softwarekonzern will erreichen, dass seine Technik zur beherrschenden Unternehmenssoftware wird
Oracle will zweites Microsoft werden

Nach der Übernahme von Siebel fühlt sich Oracle stark genug, den Unternehmenssoftware-Primus SAP aus Walldorf anzugreifen. Um das Ziel zu erreichen, will der US-Konzern eventuell sogar Funktionseinschränkungen in seine Programme einbauen.

HANAU. Der US-Softwarekonzern und SAP-Konkurrent Oracle will seine nächste Programmgeneration „Fusion“ zum Standard für Unternehmenssoftware machen. „Unser Ziel ist es, das Microsoft-Windows und -Office für Unternehmensanwendungen zu werden“, sagte Oracle-President Charles Phillips, im Vorstand des Softwarekonzerns für Strategie und Übernahmen verantwortlich, dem Handelsblatt.

Phillips vergleicht die Lage der Anbieter von Unternehmenssoftware mit dem Softwaremarkt für PCs in den achtziger Jahren. „Damals gab es Firmen, die Programme für Rechtschreibprüfung oder Tabellenkalkulation entwickelt haben. Und dann kam Microsoft, schuf mit Windows einen Standard für das Betriebsystem und setzte das Officepaket zusammen.“ Eine ähnliche Dominanz schwebt Phillips nun bei der Unternehmenssoftware vor: „Wir haben jetzt alle Teile, die notwendig sind, um einen Standard zu setzen.“

Im Gegensatz zum PC sind bei der Unternehmenssoftware die Anwendungsprogramme und die Systemsoftware weitgehend voneinander getrennt. Auch SAP – in den vergangenen Jahren ausschließlich auf die Entwicklung von Anwendungen konzentriert – hat nun unter dem Namen „Netweaver“ eine Systemsoftware entwickelt, die den Betrieb von Unternehmensanwendungen einfacher und flexibler machen soll. Dieses Geschäft dominierte bislang IBM, das sich Mitte der neunziger Jahre aus dem Anwendungsgeschäft zurückgezogen hat und seither auf Datenbank- und Systemsoftware, so genannten Middleware setzt, doch nun durch Oracle und SAP Konkurrenz bekommt.

Im Gegensatz zu allen Wettbewerbern ist Oracle „als einziger Softwarekonzern in allen drei Bereichen der Unternehmenssoftware ein relevanter Anbieter“, betonte Phillips, und diesen Vorteil will er nun einsetzen.

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