Der Technologieriese hat Einkauf, Produktion und Lieferkette umgebaut und will zum Modell für seine Kunden werden
IBM senkt Kosten in Milliardenhöhe

IBM-Chef Sam Palmisano kann sich freuen: „Mindestens drei Milliarden Dollar pro Jahr werden wir durch die Reorganisation der Produktion, des Einkaufs und der Auslieferung einsparen“, schätzt Barbara Martin, Vice President Integrated Supply Chain beim weltgrößten Computerkonzern International Business Machines (IBM), im Gespräch mit dem Handelsblatt.

ARMONK/FRANKFURT. Das interne Großprojekt hatte noch Palmisanos Vorgänger Lou Gerstner begonnen. Jetzt will Palmisano das Projekt zu Ende führen: Alle Bereiche des Einkaufs, der Produktionssteuerung bis hin zur Auftragsabwicklung beim Kunden werden nicht mehr in den einzelnen Geschäftsbereichen des weit verzweigten IT-Konzerns, sondern übergreifend auf Konzernebene organisiert. So mussten im vergangen Jahr die Manager milliardenschwerer Geschäftsbereiche wie des PC-Baus, der Servergruppe und der Produktion von Chips ihre Hoheit über Beschaffung und Organisation der Produktion an die Spezialisten der Abteilung Integrated Supply Chain (ISC) abgeben.

„Mittlerweile arbeiten weltweit 19 000 Mitarbeiter in der ISC“, sagt Martin. Im Vergleich zu dem rund 300 000 Mitarbeiter zählenden IT-Koloss IBM ist das eine überschaubare Einheit. Doch diese hat im Konzern einiges zu sagen: „Wir sprechen über ein Einkaufsvolumen von rund 40 Milliarden Dollar pro Jahr“, sagt Martin. Und um im margenschwachen PC-Geschäft überhaupt Gewinn zu erwirtschaften, kommt es darauf an, so effizient und kostengünstig wie möglich zu produzieren. Im PC-Geschäft führende Konkurrenten wie Dell und Hewlett-Packard hatten das Thema Supply-Chain auf Grund ihrer höheren Abhängigkeit vom Massengeschäft schon früher entdeckt.

IBM hat einen im Kostenwettlauf erfahrenen Manager mit dem Umbau betraut: den ehemaligen Chef der PC-Sparte Robert W. Moffat. Und dessen Sparkommissare lassen buchstäblich keinen Stein auf dem anderen: Bis in das kleinste Detail wird jeder Prozess überprüft und optimiert. So blieb selbst die Verpackung für IBM-PCs vor den Pfennigfuchsern nicht verschont. Statt im vierfarbigen Glanz-Karton gehen die PCs von Big Blue inzwischen in einem schlichten Pappkarton mit blauen IBM-Logo auf die Reise. Ersparnis: Fünf Cent pro Verpackung, in der Summe 350 000 $ pro Jahr. Bei Flachbildschirmen stellte sich heraus, dass sie durch ein alternatives Packverfahren in einem Karton von halber Größe transportiert werden können. Ersparnis 3,50 $ pro Bildschirm, in der Summe 1,6 Mill. $ pro Jahr.

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