Der traurige Geburtstag der SMS Herzlichen Glückwunsch :-(

Die SMS wird 20 – und bereitet der Mobilfunk-Branche Kummer: Die Umsätze sinken, Chat-Dienste wie WhatsApp machen ihr Konkurrenz. Vodafone und Telekom haben eine eigene Alternative, doch die kämpft mit Problemen.
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Der SMS-Nachfolger Joyn soll bald auf allen Smartphones laufen – ob Apple- oder Android-Gerät.

Der SMS-Nachfolger Joyn soll bald auf allen Smartphones laufen – ob Apple- oder Android-Gerät.

Wer eines der größten Probleme der Mobilfunk-Branche auf den Punkt bringen will, braucht dafür nur ein Schlagwort: WhatsApp. Millionen von Nutzern tauschen über den Dienst Nachrichten, Fotos und Videos aus – für weniger als ein Euro pro Jahr. Zehn Milliarden Nachrichten liefert das Startup inzwischen pro Tag aus, wie es im August stolz per Twitter mitteilte.

Vodafone, Telekom und Co geht durch die Konkurrenz ein lukratives Geschäft verloren. Mit dem multimedialen SMS-Nachfolger Joyn wollen sie sich wehren. Doch der neue Kommunikationsdienst kommt nur langsam in die Gänge. Zu langsam, um die Konkurrenz abzuwehren?

Auf den ersten Blick sieht die Lage für die Mobilfunkanbieter gar nicht so bedrohlich aus. Denn die Deutschen verschicken so viele SMS wie noch nie, nach einer Schätzung des IT-Branchenverbandes Bitkom werden es in diesem Jahr voraussichtlich 58 Milliarden Kurznachrichten sein. Das sind im Schnitt zwei pro Tag und Person. Zum Vergleich: 1999 waren es lediglich 44 SMS im ganzen Jahr. Doch das rapide Wachstum trügt.

Denn dank Pauschaltarifen zahlen die Nutzer immer weniger für den Textversand. Das macht sich in der Bilanz bemerkbar: 2009 trugen SMS und MMS laut Branchenverband Bitkom noch mehr als 50 Prozent zum Umsatz mit mobilen Datendiensten der deutschen Mobilfunker bei, in diesem Jahr werden es wohl nur noch 37 Prozent sein, wie der Bitkom schätzt. Das sind immer noch Milliarden-Summen. Aber die Cashcow SMS magert ab.

Weitere Einbußen drohen. Denn immer mehr Nutzer rüsten ihr Smartphone zum Kostenlos-Kommunikator um. Dabei helfen dutzende Apps, von WhatsApp über Pinger bis zu Diensten wie Skype, iMessage von Apple oder Facebook samt dem separaten Messenger. Damit können die Nutzer meist zum Nulltarif chatten, wenn sie eine Flatrate haben oder eine WLAN-Verbindung haben; oft auch Dateien verschicken oder sogar Videotelefonate führen.

Vor allem ein Dienst läuft der SMS den Rang ab: „WhatsApp hat sich auf ganzer Linie durchgesetzt und ist der De-Facto-Standard“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Jens Gutsche von der Hochschule Merseburg. Auch die teils gravierenden Sicherheitspannen der vergangenen Wochen hätten daran nichts geändert. „Mit jedem Smartphone steigt die Marktdurchdringung“, betont Gutsche, der auch für die Technologieberatung Mücke, Sturm & Company tätig ist.

Da wundert es nicht, dass Facebook ein Auge auf das Startup geworfen haben soll: Es gebe Gespräche über eine Übernahme, berichtete das amerikanische Technologie-Blog Techcrunch am Montag unter Berufung auf informierte Kreise. Das soziale Netzwerk könnte so sein mobiles Geschäft stärken.

Was Sie mit Ihrem Handy nicht tun sollten
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Kurzschluss-Nachrichten

Wie schnell kann es gehen, dass man eine SMS, die an den Liebsten gehen soll, mal eben an den Ex-Freund verschickt? Die brisantesten Uhrzeiten für solche Fälle: der späte Abend. Die brisantesten Zustände: angetrunken. Deshalb im Notfall das Smartphone lieber nach 22 Uhr nicht mehr zur Hand nehmen. Und wenn, dann nur zum Empfangen, nicht zum Senden.

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Der Foto-Wahn

Es soll ja Leute geben, die während eines Musikkonzerts nichts anderes tun, als das Smartphone für den perfekten Schnappschuss in die Höhe zu halten. Und jeder weiß, wie das abläuft: Die meisten dieser Fotos sind zu dunkel, zu weit entfernt, zu verschwommen, zu... Und ehe man sich versieht, ist das Konzert vorbei und auf die Frage "Wie war's denn?" fällt einem nix ein.

Und dann wäre da noch die Frage, wer sich den ganzen Kram überhaupt ansehen möchte. Rechnen Sie damit, dass Ihr Gegenüber von der Foto-Flut, mit der Sie ihn traktieren, genauso gelangweilt ist, wie Sie es im umgekehrten Fall wären.

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Handy auf dem Tisch

Die typische Situation beim Business-Lunch: Die Jacken werden an der Garderobe abgegeben, Portemonnaie und Smartphone kommen mit an den Tisch - und zwar nicht etwa in die Jacke oder Handtasche. Nein, sie werden fein säuberlich neben Messer und Gabel aufgereiht. Getreu dem Motto: mein Haus, mein Auto, mein Handy.

Noch schlimmer: Während des Gesprächs starrt das Gegenüber ständig auf hereinkommende Nachrichten, antwortet mal eben auf einen Tweet oder ruft den Wetterbericht ab. Geht gar nicht und das nicht nur aus Gründen des Anstands.

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Texten statt reden

Kurze Frage: Wann haben Sie zuletzt mit Ihrem Smartphone - Achtung (!) - telefoniert? Genau. Viel beliebter ist es nämlich laut einer Studie von O2, auf dem Smartphone durchs Internet zu surfen, sich in sozialen Netzwerken herumzutreiben, Musik zu hören und zu spielen. Erst an fünfter Stelle kommt das Telefonieren.

Doch Hand aufs Herz: Ist es für die persönliche Kommunikation mit Freunden, Familie oder eben auch dem einen oder anderen Geschäftspartner nicht besser, einfach mal zu reden, anstatt sich kurze Nachrichten zuzuschicken? Von den Gefahren missverständlicher Kurztext-Nachrichten ganz zu schweigen.

Autofahrer mit Handy am Steuer
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Handy statt Lenkrad

Nicht ohne Grund ist die Polizei sehr wachsam und streng, wenn es um das Telefonieren am Steuer geht. Doch mittlerweile werden während der Fahrt nicht nur Telefonate, sondern auch mal eben an der Ampel Mails gecheckt oder Fotos bei Facebook geliked.

Klingt banal, ist es aber gar nicht: Auf Straßen ist es durchaus ratsam, die Augen nicht am Handydisplay kleben zu haben. Fußgänger, andere Autos oder Laternenpfähle stellen sich manchmal wirklich einfach in den Weg.

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Unterdrückte Rufnummer

Es gehört sich schlichtweg nicht, dem Angerufenen nicht zu zeigen, wer man ist. Die eigene Rufnummer anzuzeigen, ist also eine elementare Forderung des Anstands. Ebenso anständig ist es übrigens, erbetene Rückrufe wirklich durch einen Anruf und nicht nur per SMS zu erledigen.

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Klingeln zur Unzeit

Nichts ist schlimmer, als wenn im Kino während einer bewegenden Szene ein Handy bimmelt. Und das kommt trotz aller Erinnerungsspots im Vorprogramm leider immer wieder vor. Gehört sich einfach nicht.

SMS auf Speed
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9 Kommentare zu "Der traurige Geburtstag der SMS: Herzlichen Glückwunsch :-("

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Und bevor jetzt hier wieder ein Deutschlehrer schreibt... JA ich habe ein "u" bei erläutern vergessen, im Allgemeinen schreibt man groß und ein "auf" ist auch zuviel !!! ;-))

  • Lieber tetsuo,
    ich möchte Sie gerne darum bitten, Ihren Beitrag etwas näher zu erlätern. Zunächst einmal verstehe ich nicht, was Sie unter der "Gaylord-Fogger-Variante der zwischenmenschlichen Kommunikation" verstehen. Ist dies eine Anspielung auf auf die Rolle von Ben Stiller in "Meine Braut, ihre Eltern und ich" etc. (also: Gaylord FoCKer)? Er spielt dort einen jüdischen Krankenpfleger. Ist es also eine jüdische Variante der Kommunikation oder ein Problem der Pflegeberufe im allgemeinen?? Ich sehe in dieser Aussage so keinen Sinn (und schon gar kein Niveau!!!). Auch den Zusammenhang zwischen dem Schreiben einer SMS und der von Ihnen beschriebenen "Niveauabsenkung und Horizontbegrenzung" kann ich irgendwie nicht greifen...aber vielleicht können Sie mir da weiterhelfen. Vielen Dank im Voraus!

  • Auch Kritiken sollten frei von Rechtschreibfehlern sein liebe/r "anonym"...

    So meinen Sie sicherlich "faengt" und nicht "faegt"
    Oder wollen Sie "fegen"?!

    Deutsche Sprache, schwere Sprache!

    So unnütz mein Kommentar ist, so unnütz ist Ihrer!

  • wieso der Artikel? Der Schreiber dieses Kommentars hat das durchaus sinnvolle Verb "bringen" einfach mal unter den Tisch fallen lassen und die Schuld an diesem unvollständigen Satz in die Schuhe der Redaktion geschoben. Nicht ganz fair, nicht ganz fein...

  • SMS/simsen war und ist die ultimitive Gaylord-Fogger-Variante der zwischenmenschlichen Kommunikation. Da dass Gros der Mobiltelefonbesitzer einen nicht unerheblichen Aufwand an eigener Niveauabsenkung und Horizontbegrenzung betreibt, ist es nicht weiter verwunderlich, das dieses "Werkzeug" seit 20 Jahre Daumen und Mitmenschen nervt.

  • Zu Ihrer Zeit gab es doch schon Postkarten, Lochstreifen (Fernschreiber) und Telegramme. Haben Sie die nie genutzt??

  • Der Artikel faegt ja gut an:

    >> Wer eines der größten Problem der Mobilfunk-Branche auf den Punkt will, braucht dafür nur ein Schlagwort: WhatsApp.

    Deutsche Sprache, schwere Sprache... Generation SMS tut sich wohl schwer mit vollstaendigen Saetzen.

  • War doch abzusehen... ich habe mit bereits nach 3-4 Wochen nach Einführung der SMS damals gefragt, wie blöd ein Mensch eigentlich sein muss, um jemand anderem für Centbeträge "Hallo" zusagen oder "Wo bist du?".

    Dass sich dieses Konzept zu den PReisen bis heute gehalten hat, grenzt an einem Wunder oder wie gesagt an der Blödheit.

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