Derzeitige Pro-Sieben-Eigner verlangen deutlich höheren Preis
Springer treibt Kauf von Pro Sieben voran

Der Axel Springer Verlag will den Kauf der Fernsehgruppe Pro Sieben Sat 1 bereits im August unter Dach und Fach bringen. Nach Informationen des Handelsblatt aus Unternehmenskreisen soll die Prüfung der Bücher Ende Juli abgeschlossen sein.

HB DÜSSELDORF. Der Axel Springer Verlag will den Kauf der Fernsehgruppe Pro Sieben Sat 1 bereits im August unter Dach und Fach bringen. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen werde die Prüfung der Bücher des größten deutschen TV-Konzerns Ende Juli abgeschlossen sein. Dann könne Springer die Aktienmehrheit aus den Händen der Eigner um den Investor Haim Saban übernehmen.

Damit würde sich Springer wie schon vorher Konkurrent Bertelsmann zu einem integrierten Medienkonzern entwickeln. Die Gütersloher sind im TV-Bereich mit der RTL Group und im Print mit Gruner + Jahr vertreten. Springer verdient sein Geld bisher vor allem mit dem Flaggschiff „Bild“ und mit Magazinen.

Der Springer Verlag ist bereits mit zwölf Prozent an Pro Sieben Sat 1 beteiligt. Eine Übernahme der Mehrheit würde Umsatz und Ertrag des Unternehmens deutlich erhöhen. Springer hatte 2004 bei einem Umsatz von 2,4 Mrd. Euro ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 316 Mill. Euro erwirtschaftet. Pro Sieben Sat 1 erzielte Einnahmen von 1,8 Mrd. Euro und ein Vorsteuerergebnis von 217 Mill. Euro.

Für die Mehrheit der stimmberechtigten Stammaktien müsste Springer rund 1,2 Mrd. Euro zahlen. Dieser Summe liegt der Mindestpreis für ein öffentliches Übernahmeangebot von 13,84 Euro je Aktie zu Grunde, den die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) errechnet hat. Die Finanzierung ist unklar. Springer stehen liquide Mittel von 190 Mill. Euro sowie 9,8 Prozent eigene Aktien im Wert von rund 350 Mill. Euro zur Verfügung. Den Rest konnte Springer-Chef Mathias Döpfner über Kredite der Deutschen Bank finanzieren.

Die derzeitigen Pro-Sieben-Eigner verlangen allerdings einen deutlich höheren Preis, heißt es in Unternehmenskreisen. Eine Sprecherin von Springer lehnte hierzu eine Stellungnahme ab. Hubertus Meyer-Burckhardt, Vorstandsmitglied von Pro Sieben Sat 1, wollte sich ebenfalls nicht äußern. Er gilt in Branchenkreisen als Vertrauter Döpfners.

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