Deutlicher Rückgang der Nachfrage
SAP kann der Krise nicht standhalten

Noch vor zwei Monaten strotzte der Software-Riese SAP nur so vor Optimismus. Jetzt folgte der Kniefall vor der sich weltweit abschwächenden Konjunktur. Der weltgrößte Anbieter von Firmensoftware musste die Investoren auf ein schwächeres Wachstum einstimmen als erwartet. Die Aktie rauschte auf den tiefsten Stand in diesem Jahr ab.

FRANKFURT. "Unglücklicherweise war SAP nicht gegen die ökonomische Entwicklung und die Finanzkrise immun", räumte SAP-Chef Henning Kagermann ein. Die Reaktion war verheerend. Die SAP-Aktie rauschte um über 16 Prozent auf knapp 29 Euro in den Keller, den bislang tiefsten Stand in disem Jahr. Die Walldorfer zogen auch andere Software-Werte mit nach unten. So verlor das Papier von Oracle fast zehn Prozent. Bislang hatten die Chefs großer IT-Unternehmen, darunter vor allem die Software-Konzerne, stets betont, relativ immun gegen die Verwerfungen an den weltweiten Finanzmärkten zu sein. Doch nach den Vorabzahlen von SAP ist das wohl nur noch Makulatur. "Die Zahlen sprechen für sich", sagte ein Händler in Frankfurt.

So ist SAP nach eigenen vorläufigen Berechnungen zwar auch im dritten Quartal zweistellig gewachsen. Der Umsatz mit Softwarelizen-zen und den dazugehörigen Services legte um 16 bis 17 Prozent auf 2,01 bis 2,02 Mrd. Euro zu. Doch das ist nicht nur deutlich weniger als das im Vierteljahr zuvor erreichte Plus, das bei satten 32 Prozent gelegen hatte. Es ist vor allem signifikant unterhalb der für das gesamte Jahr gegebenen Prognose, wonach dieser Wert um 24 bis 27 Prozent wachsen soll. Noch Ende Juli hatte das SAP-Management selbstbewusst erklärt, man werde das obere Ende dieser Bandbreite erreichen.

Doch davon war am Montag keine Rede mehr. Das SAP-Management wollte die eigene Prognose zwar noch nicht kippen, wagte allerdings ebenso wenig eine Bestätigung. "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir keine Aussage zu unserer eigenen Prognose machen", sagte Finanzchef Werner Brandt. Erst Ende Oktober, wenn SAP detaillierte Quartalszah-len vorlegen will, werde man einen besseren Überblick haben und Angaben zur Prognose machen können.

Allerdings stehen die Zeichen eher auf Sturm. Das vierte Quartal ist in der Software-Industrie das traditio-nell stärkste. Damit läuft der Stimmungsumschwung bei den Kunden genau in das wichtigste Vierteljahr der Softwarer-Branche hinein. Noch dazu spürt SAP die Krise vor allem in den USA, dem wichtigsten und größten Softwaremarkt des Konzerns. Hier legte der Umsatz mit Lizenzen und Services im dritten Quartal nur um bescheidende vier bis fünf Prozent zu. In den Quartalen zuvor war dieser Wert stets zweistellig gewachsen.

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