Deutsche Bank lehnt Stellungnahme ab
"Meine Zerschlagung war Bankpolitik"

Nur wenige Tage vor der Hauptversammlung der Deutschen Bank hat der Medienunternehmer Leo Kirch dem Geldhaus vorgeworfen, seinen Konzern vorsätzlich in die Pleite getrieben zu haben. Den damaligen Vorstands- und heutigem Aufsichtsratschef Rolf Breuer bezichtigte Kirch der Lüge.

HB FRANKFURT. „Die Zerschlagung des Kunden Kirch war Bankpolitik“, sagte Kirch dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in einem am Freitag vorab veröffentlichten Bericht. „Die Insolvenz hätte vermieden werden können.“ Kirch verwies gegenüber dem Magazin auf ein Vorstandsprotokoll des Kreditinstituts, das in den laufenden Verfahren vor Gericht bislang keine Rolle gespielt habe. „Das Protokoll zeigt, dass Breuer in allen bisherigen Aussagen zu dem Thema gelogen hat.“ Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme unter Hinweis auf die laufenden Verfahren ab.

Kirch hat für die Hauptversammlung am 18. Mai Gegenanträge eingereicht und fordert unter anderem die Abberufung von Breuer.

Im Zentrum von Kirchs Vorwürfen steht ein Fernsehinterview mit Breuer, der bis vor drei Jahren selbst an der Spitze von Deutschlands größtem Geldhaus stand. Breuer hatte im Februar 2002 vor dem Hintergrund erster offenkundiger Finanzprobleme bei dem Medienkonzern gesagt: „Was man alles lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder sogar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“ Zwei Monate danach brach das Kirch-Imperium zusammen.

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