Deutsche Bank will die gesamte Finanzierung garantieren
Havas steigt in den Bieterkampf um Werbeagentur Grey ein

Die französische Werbeholding Havas ist als dritter Bieter ins Rennen um den Kauf des US-Werbekonzerns Grey Global eingestiegen. Durch die Übernahme würde Havas zur fünftgrößten Werbeagentur weltweit mit einem Umsatz von 2,7 Mrd. Euro.

cn PARIS. Neben Havas bieten auch der zweitgrößte Werbekonzern der Welt, die britische WPP, und die US-Investmentgesellschaft Hellman & Friedman für Grey. Schon in der kommenden Woche könnte Grey einem der drei Bieter den Zuschlag erteilen, heißt es in Finanzkreisen. Mit der Übernahme von Grey, der letzten großen unabhängigen Gruppe der Branche, käme die Konsolidierungswelle im Welt-Werbemarkt zu einem vorläufigen Ende.

Details zu dem Angebot gab Havas nicht bekannt. Der Börsenwert von Grey beträgt 1,3 Mrd. Dollar, der Umsatz war 2003 ebenso groß. Havas setzte 2003 1,65 Mrd. Euro um. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ bietet WPP 1,25 Mrd. Dollar für Grey. In Paris heißt es, Havas wolle die Übernahme mittels einer Kapitalerhöhung über 500 Mill. Euro finanzieren. Der Rest des Kaufpreises werde kreditfinanziert. Die Deutsche Bank und Caylon, die Investmenttochter der französischen Crédit Agricole-Crédit Lyonnais, beraten Havas. „Die Deutsche Bank garantiert die gesamte Finanzierung sowohl des Übernahmeangebots für Grey als auch für die Wandelanleihe“, hieß es bei Havas. Diese Unterstützung habe „den Aufsichtsrat sehr beeindruckt und entscheidend zu seiner Zustimmung beigetragen“.

Havas zögerte lange, in den Kampf um Grey einzusteigen. Denn für die nach Publicis Nummer zwei im französischen Werbemarkt gilt die Übernahme von Grey als riskant. Havas hat schwere Jahre hinter sich. 2003 fuhr de Pouzilhac bei einem Umsatz von 1,65 Mrd. Euro einen Nettoverlust von 396 Mill. Euro ein. Havas ächzt zudem 642 Mill. Euro Schulden. Anfang 2006 wird obendrein eine Wandelanleihe über 565 Mill. Euro fällig.

Hinzu kommt, dass die Grey Global Group zu den ertragsschwächsten Werberiesen gehört. Für Havas ist Grey dennoch attraktiv, denn die Grey-Tochter Mediacom würde die schwache MPG von Havas bei der Vermarktung von Werbeplätzen entscheidend verstärken. Zweite Stärke von Grey ist die langjährige Markenführung. Mit Grey würde sich Havas die Werbeetats von Konzernen wie Nokia, Glaxo Smithkline, Procter & Gamble und Pfizer sichern.

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