Deutsche Drehs im Süden: Afrika wie aus dem Bilderbuch

Deutsche Drehs im Süden
Afrika wie aus dem Bilderbuch

Das deutsche Fernsehen entdeckt Afrika als Schauplatz seiner Filme. Am Kap der guten Fernsehhoffnung werden heute mehr deutsche Filme produziert als irgendwo sonst außerhalb der Republik. Die afrikanische Filmbranche kämpft derweil ums Überleben.

KAPSTADT. Eigentlich hätten die Rinder auf einer sonnenverbrannten Ebene stehen sollen, erzählt Produktionsleiterin Martina Vetter. Ausgemergelt und vom Hunger gezeichnet. Statt dessen schweift der Blick von der Veranda des alten Herrenhauses bei Windhuk über ein liebliches Tal, der Trockenfluss in der Ferne wird von sattem Grün gesäumt, in den Bäumen zwitschern Vögel.

Weniger erfreut über die ungewohnten Grüntöne in der namibischen Steppenlandschaft war das Produktionsteam des Films „Afrika, wohin mein Herz trägt“, einem vor drei Monaten im ZDF ausgestrahlten Zweiteiler. Letztes Jahr regnete es in Namibia heftig wie schon lange nicht mehr – und mit dem Regen wären die Drehpläne um ein Haar ins Wasser gefallen. Kurzfristig umzudisponieren war aus Zeit- und Kostengründen unmöglich. Statt dessen wurde das Drehbuch geändert.

„Afrika, wohin mein Herz trägt“ ist nur einer aus einer ganzen Reihe von Fernsehfilmen, die in Afrika spielen und derzeit fast im Wochentakt über deutsche Mattscheiben flimmern. Den Auftakt machte Anfang Januar „Mein Traum von Afrika“ mit Jutta Speidel. Ihm folgte der Dreiteiler „Afrika, mon amour“, ein in Kenia gedrehtes ZDF-Melodram mit Iris Berben in der Hauptrolle, und schließlich „Momella – Eine Farm in Afrika“.

Die Gründe für die Renaissance des Kontinents im deutschen Film sind vielschichtig. „Afrika, wohin mein Herz trägt“ bot nach Aussagen des Produktionsteams eine „hervorragende Gelegenheit“, die einstige deutsche Kolonie Namibia auch filmisch zu bereisen. Es gehe bei solchen Filmen auch immer ein wenig darum, ferne Reiseländer vorzustellen. Das sei bereits das Markenzeichen von „Traumschiff“-Produzent Wolfgang Rademann gewesen, der das Konzept des Travel Feature Films quasi erfunden habe.Dass „Afrika, wohin mein Herz trägt“ erst ein Dreivierteljahr nach der Fertigstellung im ZDF ausgestrahlt wurde, hat seinen Grund: „Wenn es in Deutschland so richtig eklig kalt und dunkel wird“, sagt Martina Vetter, „dann macht solch ein Film Lust aufs Reisen.“

Rainer Venzke hält die Konzentration der vielen deutschen Spielfilme unter afrikanischem Himmel für eher zufällig. Venzke gilt als Pionier des deutschen Films in Afrika. 1997 verkaufte er sein Haus in Hamburg und gründete am Kap eine eigene Firma. 48 Produktionen hat er bisher betreut.

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