Deutsche Filmindustrie
Wieder ein Oscar für einen deutschen Film

Für seinen Kurzfilm "Spielzeugland" erhilet der deutsche Regiesseur Jochen Alexander Freydank den begehrtesten Filmpreis der Welt. Leer dagegen ging der "Baader-Meinhof-Komplex" der Constantin Film aus. Die hat aber bereits Pläne für einen neuen Film.

Der Berliner Regisseur Jochen Alexander Freydank ist mit Kurzfilm "Spielzeugland" am Ziel seiner Träume angekommen. Der bislang nur in Fachkreisen bekannte Filmschaffende hat den dreieinhalb Kilo schweren "Oscar" für seinen Kurzfilm "Spielzeugland" in Empfang genommen. "Das ist ein gut gemachter Film zu einem sehr wichtigen Thema", sagte Martin Moszkowicz, Vorstand der Constantin Film, nach der Oscar-Preisverleihung dem Handelsblatt. Der nur 14 Minuten lange Streifen wendet sich indirekt gegen die Leugnung der Judenvernichtung in der Nazi-Zeit. "Jochen Alexander Freydank hat mit seiner Genauigkeit und seinem Gefühl für Situationen mit Spielzeugland ein kleines Meisterwerk geschaffen", schwärmte Fritz Raff, Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR) am Montag. In dem Minidrama über alltägliche Lügen in Dritten Reich spielt SR-Tatort-Kommissar Gregor Weber einen SS-Mann.

Leer ging allerdings der "Baader-Meinhof-Komplex" der Constantin Film aus. Das deutsche Terror-Drama des Regisseurs Uli Edel war im Finale in der Kategorie bester nicht englischsprachiger Film nominiert. "Auch ohne einen Oscar sind wir mit dem wirtschaftlichen Erfolg des ,Baader-Meinhof-Komplexes? sehr zufrieden. Der Film lockte bereits 2,5 Millionen Menschen in die Kinos. Noch ist die Kinoauswertung nicht abgeschlossen. Der Film läuft noch mit rund 100 Kopien", sagt Moszkowicz. Die Entscheidung der Jury war keine Überraschung. Die Produktion von Bernd Eichinger hatte nur eine Außenseitechance. Trotz der Niederlage herrschte auf der Hollywood-Party der Constantin mit 300 Gästen keinerlei Wehmut.

"Wir sind in guter Stimmung. Nächster Jahr probieren wir es einfach wieder", sagte Constantin-Vorstand Moszkowicz heute. In der Schublade liegt bereits ein Plan für einen neuen Film mit Regisseur Uli Edel. Die Dreharbeiten werden im Sommer beginnen. Mit der ARD gibt es bereits eine Verabredung. Der Vertrag sei aber noch nicht unter Dach und Fach, heißt es bei der Constantin Film. Die Zuversicht bei der Firma, an der indirekt der Medienunternehmer Leo Kirch beteiligt ist, bleibt groß. "Der internationale Erfolg des deutschen Films in den vergangenen Jahren ist schon unglaublich. Allein die Constantin Film war mit "Nirgendwo in Afrika", ,Der Untergang? und nun mit "Baader-Meinhof-Komplex" dreimal für den Oskar nominiert. Mit Caroline Links Film "Nirgendwo in Afrika" haben wir die Trophäe in Hollywood auch einmal gewonnen."

Wirtschaftlich treibt die Niederlage in Hollywood dem Münchener Branchenprimus keine Sorgenfalten ins Gesicht. "Seine Produktionskosten hat der rund 20 Mio. Euro teuere Film bereits schon eingespielt. Allein in Deutschland hat der Film schon 18 Mio. Euro an der Kinokasse gemacht", berichtet Moszkowicz. Die Nominierung für den Oscar und die damit verbundenen internationale Reklame-Trommel wird dem Terror-Drama weiter im Ausland helfen. Nach Unternehmensangaben werden beim "Baader-Meinhof-Komplex" rund 30 Prozent der Herstellungskosten im Ausland erwirtschaftet. Sonst sind es in der Regel nur zehn Prozent.

Der Oscar für den kurzen Holocaust-Streifen "Spielzeugland" ist die Fortsetzung einer Erfolgsserie in Hollywood. Bereits vor acht Jahren holte Florian Gallenberger mit "Quiero Ser" ("Ich möchte sein") die vergoldete Trophäe für den besten Kurzfilm. In der Kategorie als bester nicht- englischsprachiger Spielfilm erhielt Caroline Link für "Nirgendwo in Afrika" 2003 und Florian Henckel von Donnersmarck für "Das Leben der Anderen" 2007 den Oscar.

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