Deutsche Filmproduktionen
Goldene Zeiten für den deutschen Film

Der deutsche Film geht in die Offensive: An der Croisette, dem Prachtboulevard im südfranzösischen Cannes, treffen sich dieser Tage auf Europas größter Fernsehmesse Mip-TV Produzenten, Rechtehändler und Senderchefs aus aller Welt. Die Deutschen haben besonders gute Laune – denn ihre Fernsehproduktionen verkaufen sich vor allem im Ausland immer besser.

CANNES. „Wir erleben goldene Zeiten“, sagt Filmproduzent Nico Hoffmann, der mit seiner Berliner Firma Teamworx zuletzt Zweiteiler wie das Weltkriegsdrama „Die Flucht“ (ARD) oder das Flüchtlingsepos „Das Wunder von Berlin“ (ZDF) produzierte.

Längst kopierten Franzosen und Italiener die aufwendigen deutschen Produktionen, sagt der Regisseur und Filmunternehmer, der wie kein Zweiter für den Aufstieg des deutschsprachigen Fernsehfilms steht. „Der Branche geht es gut. Die deutschen Produktionen bekommen international viel mehr Aufmerksamkeit als noch vor Jahren“, bestätigt Jens Richter, Filmrechtechef des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1, in Cannes.

Der deutsche Film ist auf der Messe an der Cote d’Azur wieder gefragt. Dabei galten die Produktionen international lange als schwer verdauliche Kost. Doch das hat sich geändert. Heutzutage achten Produzenten und Regisseure von Anfang an auf die internationale Verwertbarkeit ihrer Stoffe. Die Verfilmung des Dramas um das Luftfahrtschiff „Hindenburg“ liefert dafür ein Beispiel. Die international bekannte Zeppelin-Katastrophe lässt sich auch im gut Ausland verkaufen.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein deutsches Drama in englischer Sprache produziert wird. Vor Jahren drehte Regisseur Roland Suso Richter das Weltkriegsepos „Dresden“, eine Produktion der Teamworx, ebenfalls in Englisch. Das beflügelte den internationalen Verkauf. Der Filmrechtehändler und Ex-Kirch-Vize Jan Mojto verkaufte den Zweiteiler in alle wichtigen Märkte in Kontinentaleuropa und in Großbritannien. Das war der Durchbruch. Denn der britische Fernsehmarkt galt Jahrzehnte lang als uneinnehmbare Festung.

Nach Großbritannien ist Deutschland größter TV-Exporteur in Europa. Jens Richter, Geschäftsführer der Pro-Sieben-Filmrechtefirma Seven One International, Jan Mojto mit seiner Vertriebsfirma Beta Film oder die ARD-Tochter Bavaria Film verkaufen deutsche Filme in alle Welt. Vor allem Frankreich, Italien, Spanien, Mittel- und Osteuropa sowie Skandinavien sind traditionelle Absatzgebiete. „Wir haben einen festen Kundenstamm in 140 Ländern“, sagt Richter stolz. Mit der Übernahme des Fernsehkonzerns SBS durch Pro Sieben im Jahr 2007 habe sich die Marktdurchdringung in Skandinavien und den Benelux-Staaten noch verbessert. Konzerneigene Telenovelas wie „Verliebt in Berlin“ laufen heute in Frankreich, Belgien und selbst im fernen Kanada. Den Katastrophenfilm „Tornado“ verkaufte Pro Sieben in 140 Länder.

Seite 1:

Goldene Zeiten für den deutschen Film

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%