Deutsche Großverlage lehnen Engagement bei Gratiszeitungen ab
WAZ will nicht mit schwedischem Metro-Verlag kooperieren

Die Essener WAZ-Gruppe will keine eigene Gratiszeitung in Deutschland starten. Ein solches Engagement sei höchstens als Reaktion denkbar, wenn der schwedische Gratiszeitungsverlag Metro International eine solche Zeitung starten würde. Das erfuhr das Handelsblatt aus WAZ-Kreisen.

hps/lip DÜSSELDORF.Ein Sprecher der WAZ verwies gestern auf jüngste Äußerungen des WAZ-Geschäftsführers Bodo Hombach. Er hatte betont, dass die Essener Zeitungsgruppe eine Gratiszeitung mindestens für ihr Verbreitungsgebiet starten werde, wenn dieses nicht zu verhindern sei.

Damit dürfte die WAZ als möglicher Kooperationspartner für die Metro ausfallen. Metro-Vorstandschef Pelle Törnberg sucht starke Partner unter den deutschen Zeitungskonzernen für eine Gratiszeitung in Deutschland. Nicht nur die WAZ, auch der Berliner Zeitungsriese Axel Springer lehnt eine Kooperation mit Metro ab, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner jüngst. Auch er steht Gratiszeitungen kritisch gegenüber. Es sei kein Geheimnis, dass die deutschen Großverlage am liebsten auf die Gratiskonkurrenz verzichten würden, sagte er. Doch wenn sie sich nicht verhindern lässt, wird auch Springer reagieren.

Dabei macht den Verlagen nicht nur die mögliche Gratiskonkurrenz zu schaffen, auch die schlechte Werbekonjunktur macht sich in den Zahlen bemerkbar. Bei der WAZ sank 2003 der Jahresüberschuss von 71,7 auf 63,3 Mill. Euro. Das geht aus einer Mitteilung im Bundesanzeiger hervor. Die Umsatz verringerte sich von 525,9 auf 505,9 Mill. Euro. Während die Tageszeitung unter der angespannten Werbesituation litt, stiegen die Erlöse der Anzeigenblätter. Zur WAZ gehören die Regionalzeitungen WAZ, „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“, „Westfälische Rundschau“, „Westfalenpost“ sowie Anzeigenblätter und Radiostationen.

Die Geschäftsführer Bodo Hombach und Lutz Glandt bauen die internen Strukturen um. Für die Tageszeitungen WAZ, Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung, Westfälische Rundschau und Westfalenpost hat der Essener Medienkonzern erstmals Markenteams formiert. Außerdem wurde vor zwei Wochen der Vertrieb im nordrhein-westfälischen Stammgebiet neu besetzt. Stefan Zowislo und Norbert Schmidt übernahmen die neue Aufgabe, den Verkauf, Außendarstellung, Kundenservice und Logistik zu verbessern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%