Der Nachschub von guten Filmen aus Hollywood lässt die deutsche Kinobranche zuversichtlich in die Zukunft blicken. "Der Juli lief phantastisch. Das Kinojahr 2007 wird besser als 2006 ausfallen", sagte Medienunternehmer Herbert Kloiber, dem Kinokette Cinemaxx gehört, am Dienstag dem Handelsblatt.
DÜSSELDORF. Auch der Verband der Filmverleiher stimmt optimistische Töne an. "Wir sind sicher, dass die Kinowirtschaft auch die kommende Jahreshälfte erfolgreich bestreiten und an dem derzeitigen Aufschwung weiter anknüpfen wird", sagt Johannes Klingsporn, Geschäftsführer des Verbands der Filmverleiher voraus.
Vor allem amerikanische Filme wie "Harry Potter und der Orden des Phoenix" des Filmstudios Warner Bros. und "Die Simpsons" von Rupert Murdochs 20th Century Fox bescherten den deutschen Kinos einen Besucheransturm im Juli. Allein die Potter-Verfilmung spielte in Deutschland bisher 41 Mill. Euro ein. Bis zur 32. Kalenderwoche konnten die deutschen Kinos allein an den Wochenenden 347 Mill. Euro Umsatz machen. Das ist ein Plus von über zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Zahlen für das erste Halbjahr waren allerdings noch durchwachsen. Das miserable erste Quartal, in dem publikumsträchtige Filme fehlten, konnte nicht mehr im zweiten Quartal ausgeglichen werden. Die Kinokette Cinemaxx musste einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen. Die Erlöse sanken um zwei Mill. Euro auf 76 Mill. Euro, das Ebit halbierte sich auf 0,8 Mill. Euro.
Die vergangenen Wochen haben nun die Branche beflügelt. "Von Januar bis August 2007 ist der Umsatz kontinuierlich gestiegen und hat zur Jahresmitte das Vorjahresergebnis sogar noch leicht übertroffen", berichtet Thomas Negele vom Hauptverband der Filmtheater. Insbesondere der gestiegene durchschnittliche Eintrittspreis macht den Filmtheaterunternehmern Mut. "Der Kinopreis ist nachhaltig gestiegen. Bereinigt um Steuern kostet die Eintrittskarten 6,40 Euro netto. Im Vorjahr waren es noch 6,24 Euro", sagt Kloiber, der sowohl als Kinobesitzer als auch Filmverleiher eine wichtige Rolle spielt.
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Kloibers Kinokette Cinemaxx, die bundesweit 46 Kinocenter mit 337 Leinwänden betreibt, rechnet für das Gesamtjahr mit einem Wachstum zwischen zwei und vier Prozent. Im vergangenen Jahr erzielte Cinemaxx einen Umsatz von 162 Mill. Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag bei 6,8 Mill. Euro.
Derzeit diskutiert die Branche intensiv, wie neue Zielgruppen in die Filmtheater gelockt werden können. Denn die vor allem in den neunziger Jahren entstandenen Multiplexe locken vor allem gut betuchte Kunden nicht mehr an. Mangelnde Hygiene, schlechter Service und Essen während der Vorstellungen haben den Kinocentern geschadet. Kloiber glaubt, dass sich künftig vor allem guter Komfort und besserer Service auszahlen wird. Cinemaxx hat bereits in Würzburg und Essen erste Pilotversuche gestartet. So wurde in der Ruhrgebietsmetropole Essen beispielsweise ein Saal mit opulenten Ledersesseln und gläsernen Beistelltischen ausgestattet. In Würzburg versucht Cinemaxx mit einer eleganten Kinolounge, neue Altersgruppe wieder in die Filmtheater zu locken.
Vorbild für mehr Luxus in den Kinos ist die amerikanischen Kinokette Landmark Theatres. Mit so genannten Wohnzimmer-Kinos will Todd Wagner, Chef der Landmark Theatres, ein neues Publikum anlocken, das ansonsten Multiplexe meidet. Zu diesen neuen Kinosälen gehören Ledersessel und Sofas sowie eine gemütlicher Warteraum. Im Gegenzug muss der Kinobesucher einen deutlich höheren Eintrittspreis zahlen.

