Parallel zur Zwischenbilanz teilte die Telekom mit, dass sie wie erwartet ihre französischen Tochter Club Internet an deren Wettbewerber Neuf Cegetel verkauft habe. Das französische Telekommunikations-Unternehmen übernehme alle Anteile, hieß es. Der Kaufpreis beläuft sich nach Angaben aus Konzernkreisen auf „knapp 500 Mill. Euro“. Damit habe die Telekom mehr eingenommen als vom Markt erwartet, sagte eine mit der Materie vertraute Person. Die allgemeine Erwartung habe bei 430 bis 460 Mill. Euro gelegen. Die Transaktion soll im ersten Halbjahr abgeschlossen werden.
Die Telekom hatte Club Internet Anfang 2000 erworben in der Blütezeit der New Economy. Zur gleichen Zeit brachte sie ihre eigene Internettochter T-Online an die Börse und baute die spanische Tochter ya.com auf. Da die beiden Auslandsgesellschaften trotz hoher Investitionen nicht zu den führenden Internetanschluss-Anbietern in den jeweiligen Ländern aufsteigen konnten, stellte die Telekom sie zum Verkauf. Ya.com ist als nächstes dran. T-Online seinerseits ist bereits wieder in den Konzern integriert worden.
Club Internet hatte im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von rund 100 Mill. Euro verzeichnet bei einem Umsatz von etwas mehr als 200 Mill. Euro. Die Firma zählte Ende 2006 rund 570 000 Breitbandkunden.
Mit der Akquisition stärkt der zweitgrößte französische Festnetzbetreiber Neuf Cegetel seine Position im hart umkämpften Internetzugangs-Markt gegenüber Free und Orange. Neuf Cegetel zählte zum Jahresende 2,172 Mill. Breitbandkunden, Free 2,278 Mill. Nutzer.

