Deutsche Presse-Agentur
Freie Fotografen treten in den Streik

Schon lange kämpfen freie Fotografen für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei der DPA. Nun wollen sie in den Streik treten. Gibt es keine Einigung, könnte es für die Nachrichtenagentur bald problematisch werden.
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HamburgEtwa fünf Jahre lang sind die Honorare der etwa 40 Fotografen, die als fest-freie Pauschalisten für die Deutsche Presse-Agentur (dpa) arbeiten, nicht mehr erhöht worden. Nun haben sie genug. Die Fotojournalisten werden nach Informationen von Handelsblatt.com an diesem Montag in den Streik treten.

Ein Flugblatt der Gewerkschaften DJV und Verdi ist zwar sehr zurückhaltend formuliert: „Wenn die Kolleginnen und Kollegen sich“ am 1. Juni „ entschließen sollten, an diesem Tag mal keine Bilder zu liefern, brauchen sie die Unterstützung in den Redaktionen“, heißt es dort. Und auch Verdi-Verhandlungsführerin Cornelia Haß benutzt den Konjunktiv, wenn sie sagt, „die Pauschalisten könnten in den Ausstand“ treten. In Gewerkschaftskreisen heißt es aber, ein Streik sei beschlossene Sache. Aus dem Umfeld von dpa ist zu hören, dass die Agentur sich bereits auf einen Ausstand vorbereitet. Ein Sprecher möchte das auf Anfrage aber nicht bestätigen.

Die Auswirkungen des Ausstands dürften allerdings überschaubar sein. Zwar werden in dem Flugblatt von DJV und Verdi die dpa-Redakteure gebeten „keine alternativ tätigen Freien“ zu beauftragen. Allerdings arbeiten für die Agentur auch 35 festangestellte Fotografen, die das Schlimmste abfedern könnten. Problematisch könnte es für die dpa aber werden, wenn es bei den Gesprächen über die Honorare und Vertragsbedingungen der Freien, die ebenfalls diesen Montag fortgeführt werden, keine Fortschritte geben sollte. Dann könnten die Gewerkschaften nämlich beschließen, die Pauschalisten das nächste Mal an einem Wochenende streiken zu lassen. Die Auswirkungen für die Agentur wären dann weitaus dramatischer. Denn samstags und sonntags arbeiten bei dpa fast ausschließlich freie Fotografen.

Neben höheren Honoraren fordern die Gewerkschaften für die Pauschalisten bezahlten Urlaub, die Erstattung von Auslagen wie etwa Fahrtkosten sowie eine Beteiligung an Erlösen, die dpa aus dem Weiterverkauf der Bilder der erzielt. Zu der Verhandlungsposition der dpa wollte sich deren Sprecher nicht äußern. Nach Angaben von DJV und Verdi wird bereits seit drei Jahren mit der Nachrichtenagentur über eine Erhöhung der Honorare sowie über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen verhandelt.

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