Deutsche Produzenten wie Senator und Intertainment haben sich in den vergangenen Jahren überhoben
Filmfirmen kämpfen ums Überleben

Der Absturz der Intertainment AG geht weiter: Am Dienstag brach der Aktienkurs des angeschlagenen Filmrechtehändlers erneut um mehr als 8 Prozent auf knapp 1,80 Euro ein. Weil das Geld knapp wird, muss Intertainment ums Überleben bangen.

jojo MÜNCHEN. Seit Freitag hat die Aktie damit mehr als die Hälfte an Wert verloren. Die Münchener hatten in der vergangenen Woche in einem Prozess in den USA zwar mehr als 120 Mill. Dollar Schadenersatz zugesprochen bekommen. Doch daraufhin beantragte der Prozessgegner Franchise Pictures Konkurs. Weil das Geld knapp wird, muss Intertainment nun selbst ums Überleben bangen.

Intertainment ist nicht der einzige Problemfall unter den börsennotierten deutschen Filmfirmen. Zahlreiche ehemalige Stars des Neuen Marktes kämpfen um die Existenz. Prominentestes Beispiel ist die Berliner Senator Entertainment AG: Obwohl Senator zuletzt mit Streifen wie „Das Wunder von Bern“ in den Kinos erfolgreich war, musste das Unternehmen im Frühjahr wegen Überschuldung Insolvenz anmelden. Durch hohe Abschreibungen auf Filmvermögen und Beteiligungen war im vergangenen Jahr ein Verlust von rund 150 Mill. Euro aufgelaufen. Weil die Kreditgeber nicht länger bereit waren still zu halten, ging Senator pleite

.

„Viele Firmen haben ihre Perspektiven zu optimistisch eingeschätzt und deshalb zu viel Geld ausgegeben“, sagt Thomas Grillenberger, Analyst der BayernLB – er macht die Fehler aus der Zeit des Börsenbooms für die katastrophale Lage vieler Filmfirmen verantwortlich. Grillenberger: „Viele Unternehmen haben sich in der Hochphase des Neuen Marktes überhoben.“ Doch das ist nach Ansicht des Experten noch nicht alles: „Zum Teil hat auch fehlende Erfahrung des Managements zu den Schwierigkeiten beigetragen.“

Angespannt ist auch die Lage beim Münchener Filmfinanzierer IM Internationalmedia. Das hauptsächlich in den USA tätige Unternehmen fuhr im ersten Halbjahr einen operativen Verlust von 13 Mill. Euro ein bei einem Umsatz von lediglich 52 Mill. Euro. Im Gegensatz zu Senator gelang es IM allerdings, seine Darlehen zu refinanzieren und sich dadurch Luft zu verschaffen.

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