Deutsche Telekom
Auf amerikanischen Schwingen

Die US-Tochter trägt das Wachstum der Deutschen Telekom - und ihr Wert steigt weiter. Trotzdem will der Konzern sie immer noch verkaufen. Fragt sich nur, wann und an wen. Und wie Donald Trump reagieren würde.
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Düsseldorf„King Maker Asset“ – so nennt die Deutsche Telekom ihre US-Tochter. Sie soll ihren zukünftigen Bräutigam zum König machen. Der Bonner Konzern will T-Mobile US seit Jahren verkaufen. Dabei macht die Tochter derzeit vor allem eine zur Königin: ihre Mutter.

Die Telekom hat heute ihre Bilanz zum dritten Quartal vorgestellt. Die wesentlichen Kennzahlen sind alle positiv: Umsatz, bereinigtes Betriebsergebnis, Überschuss. Obwohl die Investitionsquote um 5,5 Prozent gestiegen sei, sei auch der Free-Cashflow gestiegen, betont Konzernchef Timotheus Höttges. Doch ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt: Die Landesgesellschaften haben in den meisten dieser Kennzahlen verloren – mit Ausnahme der Tochter in den USA.

Das versucht die Telekom gar nicht zu verheimlichen. Der treibende Faktor des Umsatzzuwachses von rund sechs Prozent sei das zweistellige Plus der Serviceumsätze durch die stark gestiegene Kundenzahl von T-Mobile US, erklärte Finanzvorstand Thomas Dannenfeldt. Deswegen gehe auch der Anstieg des bereinigten Betriebsergebnisses (Ebitda) von mehr als sieben Prozent auf die Tochter zurück. Vorstandschef Höttges lobte die „enorme Wertentwicklung“ des Unternehmens. So viel Wert seien dessen Aktien noch nie gewesen.

Nur: Behalten will er T-Mobile US trotzdem nicht. An der Strategie in den USA ändere sich nichts, erklärte er bei der Vorstellung der Bilanz. Höttges will die Deutsche Telekom zu Europas führendem Telekommunikationsanbieter aufbauen – und sich dafür auf die Heimatmärkte konzentrieren.

Eile hat er dabei aber nicht. Höttges betonte erneut, dass es keinen Druck gebe, die Tochter zu verkaufen. Zurzeit könne die Telekom ohnehin nichts tun. T-Mobile US bietet bei einer Auktion um Mobilfunkfrequenzen mit, währenddessen darf es keine Veränderung an der Eigentümerstruktur geben. Sonst droht der Ausschluss. Also wird es dieses Jahr wohl ohnehin nichts mehr.

Druck verspürt die Telekom auch deswegen nicht, weil sich die Anleger und Analysten am Erfolg des US-Geschäfts laben können. Karsten Oblinger von der DZ Bank erklärt in einer Studie, das dritte Quartal sei im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Einmal mehr sei T-Mobile US der entscheidende Wachstumstreiber gewesen. Derzeit sieht es auch nicht so aus, als würde das Wachstum von T-Mobile US nachlassen. Deren Chef, John Legere, hat zum dritten Mal in diesem Jahr die Prognose für den Kundenzuwachs erhöht.

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