Deutsche Telekom
BT-Beteiligung sorgt für Gewinneinbruch

Die Beteiligung an der britischen BT hat die Bilanz der Deutschen Telekom erneut schwer belastet. Der Gewinn des Dax-Konzerns brach im abgelaufenen Quartal um 76 Prozent ein. Operativ läuft es aber besser als erwartet.
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BonnDie Beteiligung am britischen Telefon-Konzern BT wird für die Deutsche Telekom immer mehr zur Last. Auf den zwölfprozentigen Anteil habe man wegen der schlechten Aktienkursentwicklung im ersten Quartal 700 Millionen Euro abschreiben müssen, teilte die Telekom am Donnerstag mit. Der Überschuss brach unter anderem deshalb um drei Viertel auf 747 Millionen Euro ein.

BT kämpft derzeit mit einem Bilanzskandal in Italien. Die Telekom war vor einem Jahr über ein Tauschgeschäft an die BT-Beteiligung gekommen. Die Transaktion hatte im Vorjahreszeitraum noch für einen positiven Effekt von 2,5 Milliarden Euro gesorgt. Es ist nicht das erste Mal, dass die Briten der Telekom die Bilanz verhageln. Wegen des Brexit-Votums hatten die BT-Aktien 2016 bereits massiv an Wert verloren, weshalb die Bonner 2,2 Milliarden Euro abschreiben mussten.

Trotz der Schwierigkeiten im Vereinigten Königreich erwartet der Telekom-Vorstand einen Anstieg des Betriebsgewinns um vier Prozent auf 22,2 Milliarden Euro nach 21,4 Milliarden Euro im vorigen Jahr. Im ersten Quartal kamen davon 5,6 Milliarden Euro zusammen – ein Plus von 7,5 Prozent. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 18,7 Milliarden Euro. „Wir sind gut in das Jahr 2017 gestartet“, sagte Konzernchef Tim Höttges. Die Telekom wachse in Deutschland und den USA.

Wachstumslokomotive der Telekom ist dank neuer Tarife und eines Netzausbaus weiterhin die amerikanische Tochter T-Mobile US. Im ersten Quartal wuchs der drittgrößte Mobilfunker des Landes rasant weiter und steigerte die Kundenzahl um 1,1 Millionen auf 72,6. Der Betriebsgewinn der Tochter schnellte um ein Viertel nach oben auf 2,4 Milliarden Euro.

Der Siegeszug der einstigen Sorgentochter ruft Interessenten auf den Plan. Nach Aussagen von Insidern will der japanische Telekom-Riese Softbank die Mehrheit an seinem glücklosen US-Mobilfunker Sprint an die Telekom-Tochter verkaufen. Softbank arbeite an einem solchen Deal mit T-Mobile US, hatten mehrere mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters im Februar gesagt. Offiziell lässt Softbank-Chef Masayoshi Son wenig von seinen Plänen durchblicken. „Wir sind offen, wenn es Möglichkeiten gibt“, hatte er vorige Woche gesagt.

T-Mobile-US-Chef John Legere brachte vor einigen Wochen ebenfalls und den Satelliten-TV-Betreiber Dish als interessanten Kandidaten in Spiel. Die Übernahmewelle in den USA dürfte bald Fahrt aufnehmen, da dort Mitte April eine Frequenzauktion zu Ende ging, während der Verhandlungen zwischen den Rivalen verboten waren. Die Telekom hält zwei Drittel der Anteile von T-Mobile US.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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