Deutsche Telekom: Das US-Geschäft strapaziert Obermanns Geduld

Deutsche Telekom
Das US-Geschäft strapaziert Obermanns Geduld

Das US-Geschäft war das zentrale Thema bei der Bilanzpräsentation der Deutschen Telekom. Doch besonders angenehm war das für Konzernchef René Obermann nicht: Die Telekom kommt auf ihrer Großbaustelle nur mühsam voran.
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BonnOb Zufall oder nicht: Als Telekom-Vorstandschef René Obermann gefolgt von Finanzchef Timotheus Höttges den Raum H.0.20 in der Servicezentrale des Konzerns in Bonn betritt, signalisiert schon ihre Kleidung, welches Thema die Bilanzpressekonferenz dominiert. Obermann trägt zu dunklem Anzug und weißem Hemd eine blaue Krawatte, Höttges hat einen roten Binder gewählt. Rot, weiß, blau – aus diesen Farben setzt sich die US-Flagge zusammen.

Das Amerika-Geschäft ist die größte Baustelle der Telekom. Für den Konzern sind die USA der zweitwichtigste Markt nach Deutschland. 2010 hat er dort mit rund 16,1 Milliarden Euro (4 Prozent mehr als im Vorjahr) etwas mehr als ein Viertel seines Umsatzes erzielt und mit rund 4,2 Milliarden Euro (2,5 Prozent weniger als im Vorjahr) gut ein Fünftel des operativen Gewinns (Ebitda).

Doch der einstige Wachstumsmotor, den die Telekom angesichts der stagnierenden Aussichten auf dem Heimatmarkt so dringend benötigt, ist T-Mobile USA schon seit längerer Zeit nicht mehr. Die Tochter liegt abgeschlagen auf dem vierten Platz der US-Mobilfunker.

Obermann ist die Ungeduld bei dem Thema deutlich anzumerken, auf dem operativ in diesem Jahr das Hauptaugenmerk liege. Er redet nicht um den heißen Brei herum: „Die nach wie vor zu hohe Wechslerrate trübt das Bild. Auch deshalb ist die Umsatzentwicklung 2010 insgesamt unbefriedigend.“ Im Schlussquartal hat die Telekom unterm Strich rund 318.000 Vertragskunden verloren. Das konnte sie durch ein Plus bei den weniger lukrativen Prepaid-Kunden nicht ausgleichen. Das müsse sich schon in diesem Jahr ändern, sagt er in seiner Eingangsrede vor einem weißen Hintergrund, der nach oben hin in die Telekom-Farbe Magenta übergeht.

Deshalb hat Obermann Mitte vergangenen Jahres in Philipp Humm einen neuen US-Chef installiert. Die Vorgaben sind klar. „Wir wollen beim Umsatz wieder wachsen, und wir wollen das bei einer stabilen Marge tun“, sagt Obermann am Freitag. Gleichzeitig soll bis 2013 eine Milliarde Dollar gespart werden.

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  • Wenn die Menschen vom Telekom-Wunder Gedanken-Klau hören laufen alle weg.

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