Deutsche Telekom
Die HP-Spitzelaffäre: Blaupause und Warnung zugleich

Vor zwei Jahren wurde der IT-Riese Hewlett-Packard von einem heftigen Spitzelskandal erschüttert – ähnlich wie jetzt die Deutsche Telekom. Fast könnte man glauben, der Bonner Konzern hätte sich HP zum Vorbild für das eigene Handeln genommen. Die Parallelen in der Entwicklung geben einen Vorgeschmack darauf, was in den kommenden Monaten auf die Telekom zukommen könnte.

FRANKFURT/MAILAND. Die Nervosität ist dem Mann mit dem gescheitelten dunklen Haar anzumerken. Mit zittriger Stimme trägt er sein Statement vor. Er spricht von "betrüblichen Methoden" und entschuldigt sich bei den Betroffenen. Es geht um einen Spitzelskandal, um fragwürdige Methoden, undichte Stellen im Unternehmen aufzudecken. Und es geht darum, das Vertrauen zurückzugewinnen.

Nein, die Rede ist nicht von René Obermann, dem Chef der Deutschen Telekom. Es ist September 2006. Am Mikrofon steht Mark Hurd, der Chef des IT-Riesen Hewlett-Packard. Der . Wäre es nicht so tragisch, so erschreckend, fast könnte man glauben, Geradezu frappierend sind die Parallelen.

Heute, bei der Telekom, wie damals bei HP sollen Mitglieder der Kontrollgremien und Journalisten ausgespäht worden sein. Heute wie damals stehen sensible Telefondaten wie Anruflisten, Anrufhäufigkeit und die Gesprächsdauer der betroffenen Personen im Mittelpunkt des Skandals.

Heute wie damals geht es um Unternehmen, die gerade mit Blick auf den Datenschutz und den sensiblen Umgang mit Informationen besonders in der Öffentlichkeit stehen: die Deutsche Telekom als gesetzlicher Träger des Kommunikationsgeheimnisses, HP mit den von den beiden Gründern Bill Hewlett und Dave Packard von Beginn an hochgehaltenen ethischen Standards, dem viel zitierten "HP-Way".

Alles beginnt Ende 2004. CEO Carly Fiorina steht nach der schwierigen Übernahme des Rivalen Compaq unter Druck. Immer wieder dringen Details der Debatten im Verwaltungsrat, dem Kontrollgremium, an die Presse. Das bleibt auch so, als Fiorina schließlich durch Hurd ersetzt wird. Verwaltungsratschefin Patricia Dunn ist sauer und beauftragt die Detektei Security Outsourcing Solutions mit der Untersuchung des Falls, Codename "Kona 1". Zwar werden die Ermittlungen im Herbst 2005 abgebrochen. Doch als kurze Zeit später erneut vertrauliche Informationen in den Medien auftauchen, startet "Kona 2". Es ist schließlich Verwaltungsratsmitglied Thomas Perkins, enttäuschter Compaq-Aktionär, der die Vorgänge Ende 2006 an die Öffentlichkeit zerrt.

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