
Bonn/BerlinDie Deutsche Telekom will testen, ob sie in einzelnen Neubaugebieten Festnetzanschlüsse durch drahtlose Anschlüsse ersetzen kann. Dies werde für Neubaugebiete überlegt, in denen sich eine Festnetzversorgung gegenüber einer drahtlosen Lösung als unwirtschaftlich erweise, teilte die Deutsche Telekom AG am Samstag in Bonn der Agentur dpa mit.
Zuvor hatte die "Saarbrücker Zeitung" in ihrer Samstagausgabe berichtet, die Telekom erwäge den Verzicht auf unrentable Festnetz-Anschlüsse, wenn sich dies aus Sicht des Konzerns nicht rechne. Man wolle künftig prüfen, ob etwa an Stadträndern oder im ländlichen Raum noch Kupferkabel für Festnetz-Anschlüsse verlegt werden.
„Voraussetzung dafür (...) ist jedoch, dass sich in der Qualität der Versorgung durch einen drahtlosen Anschluss nichts ändert und auch die Kosten für den Kunden nicht höher sind“, teilte das Unternehmen der dpa weiter mit. Im Einvernehmen mit der Bundesnetzagentur und den kommunalen Spitzenverbänden solle es demnächst einen Pilotversuch mit freiwilliger Teilnahme geben.
Zunächst einmal geht es nur um Neukunden, die einen Vertrag vom 2. Mai 2013 an abschließen. „Bestehende Verträge sind von den Änderungen nicht betroffen“, verspricht die Telekom. Allerdings dürften auch viele Bestandskunden von der Neuregelung betroffen sein: Weil die Telekom ihr Festnetz auf die IP-Technologie umstellt, müssen Nutzer, weiter einen schnellen Internetanschluss wollen, den Tarif wechseln – und sind dann ebenfalls von der Drosselung betroffen. Greifen soll die Tempo-Bremse zudem frühestens 2016.
Das lässt sich heute mit Blick auf das Jahr 2016 schwer sagen. Der Telekom zufolge kommt ein Kunde heute im Schnitt auf 15 bis 20 Gigabyte im Monat. Das passt zwar mehrfach in die niedrigste angekündigte Daten-Obergrenze von 75 Gigabyte, die für Anschlüsse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 16 MBit pro Sekunde gilt. Allerdings nimmt der Videokonsum aus dem Netz rasant zu. Neue TV-Geräte sind Internet-tauglich, Sender bauen ihre Mediatheken aus, immer mehr Dienste bieten Streaming von Filmen und Serien an. Bis 2016 kann der Datenhunger der deutschen Haushalte also noch stark wachsen.
Laut Telekom reicht das neben dem Surfen im Netz und dem Bearbeiten von Mails zum Beispiel für zehn Filme in herkömmlicher Auflösung sowie drei HD-Filme, 60 Stunden Internetradio, 400 Fotos und 16 Stunden Online-Gaming. Wenn solche Online-Dienste insbesondere in einem Haushalt mit mehreren Personen fest zum Alltag gehören, häuft sich locker eine höhere Nutzung an. Allerdings: Der hauseigene Telekom-Videodienst Entertain zehrt nicht an dem Daten-Kontingent.
Nach aktuellem Stand würden die Nutzung von Entertain-Konkurrenten wie Apples iTunes-Plattform, Amazons Streaming-Dienst Lovefilm oder das ähnlichen Angebots Watchever sowie von YouTube das Inklusiv-Volumen verbrauchen. Bis 2016 könnten die Anbieter aber noch Partnerschaften mit der Telekom abschließen, die ihnen für gesonderte Bezahlung einen „Managed Service“ garantiert. Dienste solcher Partner tasten das Daten-Kontingent ebenfalls nicht an. Oder die Anbieter könnten sich zum Kampf gegen die Regelung entschließen.
Entweder man begnügt sich mit der Vor-DSL-Geschwindigkeit von 387 Kilobit pro Sekunde, mit der man vielleicht E-Mails checken und mit viel Geduld auch im Internet surfen kann. Oder man bucht mehr Datenvolumen hinzu. Die Tarife dafür wurden von der Telekom noch nicht genannt.
Die Telekom betont, weiterhin eine echte Flatrate anzubieten, also einen Tarif ohne jede Begrenzung. Dafür will das Unternehmen 10 bis 20 Euro Aufschlag im Vergleich zu heute verlangen – den genauen Preis legt es erst später fest.
Telekom-Konkurrent Vodafone will nicht mitziehen: „Wir haben keine Pläne, die DSL-Geschwindigkeit unserer Kunden zu drosseln.“ Auch Unitymedia Kabel Baden-Württemberg erteilte einer Drosselung eine Absage: Bereits heute könnten Datenübertragungsraten von 150 Megabit pro Sekunde angeboten werden, die mit wenigen technischen Anpassungen auf 400 MBit/s erhöht werden könnten.
Bei Kabel Deutschland dagegen gibt es bereits Datengrenzen, sie funktionieren aber anders als bei der Telekom. So ist ein Tages-Volumen von 10 Gigabyte vorgesehen, nach dem das Tempo gedrosselt werden kann. Derzeit passiert es aber erst ab 60 GB am Tag. Und zum Beispiel bei 1&1 gehört das Prinzip fest zum günstigsten Tarif dazu: Bis 100 GB im Monat surft man mit bis zu 16 MBit pro Sekunde, danach nur noch mit der langsamsten DSL-Geschwindigkeit von 1 MBit/Sekunde.
Wo, wann und mit wie vielen Teilnehmern sei noch unklar, sagte ein Telekom-Sprecher der Agentur. Der Pilotversuch soll mindestens ein Jahr laufen. Die betroffenen Neubaugebiete sollen währenddessen parallel mit Festnetz wie bisher auch ausgebaut werden. Erst nach dem Test soll festgestellt werden, ob sich ein drahtloser Anschluss als gleichwertige Alternative eignet.
Das bisherige Telefongerät soll dabei weiter genutzt werden können. Auch alle anderen Funktionen des Festnetzanschlusses sollen verfügbar bleiben. Neben der „Saarbrücker Zeitung“ hatte auch die „Nordsee-Zeitung“ (Samstag) über die Pläne berichtet. Die Bundesnetzagentur in Bonn war am Samstag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Bei der Bundesnetzagentur, die den Wettbewerb im Telefonmarkt überwacht, stößt das Vorhaben aber nach Angaben der "Saarbrücker auf Kritik.

oh weih oh weih...
also ich habe hier auf dem Lande in einem 3700 Seelendorf SATTE 12 Jahre warten müssen bis es dsl 16000 gab, was übrigens mit Staatsknete ausgebaut wurde. Das haben wir also nicht der Telekom sondern den Fördermitteln von EU und Regierung zu verdanken.
Es ist EIN DING DER UNMÖGLICHKEIT in Zeiten von Cloud-Computing (Dropbox, Youtube/Iptv etc pp) zu meinen man könnte das zukünftige Datenvolumen über MOBILFUNK (nach 10-30 gb wird gedrosselt) abwickeln. Grade Neubaugebiete sind nie wieder so billig mit Glasfasern zu erschließen wie während der Errichtung.
Beit 100mbit LTE können insgesamt 5 Haushalte gleichzeitig HDTV gucken. Das könnte während der nächsten Fussball WM aber etwas knapp werden.

Hier kommt wohl das Festnetz & DSL Zuhause Komplettpaket "Call & Surf Comfort via Funk" der Telekom aus dem Produktbereich Call & Surf Comfort zum Surfen & Telefonieren, das für Privatkunden als exklusives Angebot für Gebiete ohne bzw. mit eingeschränkter DSL-Versorgung und als die Alternative/der Ersatz für Festnetz-DSL beworben wird, zum Zuge!
http://www.telekom.de/privatkunden/internet/komplettpakete/call-und-surf-comfort-pakete
Telekom Werbeslogan: Call & Surf Comfort via Funk Die Alternative zu DSL. Auch bei Ihnen zu Hause.
http://www.telekom.de/privatkunden/internet/komplettpakete/call-und-surf-comfort-pakete/call-und-surf-comfort-via-funk
Beispiel: Der Tarif M im Zuhause Komplettpaket Call & Surf Comfort via Funk
Bandbreite SpeedOn (Down/Up)*: 50 Mbit/s / 10 Mbit/s
Inklusivvolumen**: 15 GB
Zeit bis zur Drosselung***: 40 Minuten
Drosselung Downstream um den Faktor: 130.21
Drosselung Upstream um den Faktor: 156.25
Drosselung Downstream in %: 99.23
Drosselung Upstream in %: 99.36
Bandbreite SpeedOff (Down/Up): max. 384 kbit/s / 64 kbit/s
*genutzte angenommene dauerhaft stabile zur Verfügung stehende (bis zu) Bandbreite
**Internet Flat bzw. Inklusivvolumen bis zur Drosselung / Abschaltung des Zugangs
***Ein Monat hat zwischen 40320 und 44640 Minuten.
Weitere Fakten unter:
http://forum.telekom.de/foren/read/service/service/tarife/call-surf-via-funk/lte-drosselung-lte-die-alternative-zu-dsl-breitbandausbau,899,11128677.html

Mit anderen Worten: Durch das Verbot der Quersubventionierung ist eine legale unterschiedliche Definition der Grundversorgung entstanden. Die Gewinne der Telekom aus den ländlichen Bereichen werden dort aber nicht reinvestiert, sondern dienen dann zur Ausschüttung an die Aktionäre, die hoffentlich auch nur dem ländlichen Bereich zuzuordnen sind?
Wenn das so ist glaube ich ab sofort wieder an den Osterhasen.
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