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18.03.2008 

Die Märkte spendeten der Ankündigung nur verhaltenen Beifall. Der Telekom-Kurs verlor gestern rund ein Prozent, während der Dax gut drei Prozent im Minus lag. "Das wäre ein vernünftiges Geschäft, aber kein Riesendeal", sagte ein Analyst.

Die Regierung in Athen begrüßte den Einstieg der Telekom. Der Bonner Konzern zeigte sich zuversichtlich über die anstehenden Gespräche mit Athen. Sie sollen innerhalb der kommenden sechs Wochen abgeschlossen werden. Lässt sich dabei keine Einigung erzielen, kann die Telekom von ihrem Geschäft mit Marfin zurücktreten, ohne dass ihr dabei Kosten entstehen.

Die Suche nach einem Investor für OTE war bislang ein schwieriges Unterfangen. Seit ihrem Amtsantritt 2004 suchte die konservative griechische Regierung bereits nach einem strategischen Investor für den ehemaligen Staatskonzern OTE. Weil Athen dringend Geld brauchte, verkaufte der Staat im Juni 2007 bereits ein Paket von 10,7 Prozent der OTE-Aktien an der Börse. Im vergangenen Jahr interessierte sich zudem Telekom Austria für Hellenic Telecom. Doch den Griechen war die Telekomfirma aus der Alpenrepublik zu klein. Die Athener Regierung sehnte sich nach einem großen Investor von der Kragenweite einer spanischen Telefónica oder Deutschen Telekom.

Der jetzt vereinbarte Preis von 2,5 Mrd. Euro für knapp 20 Prozent gilt in der Branche als hoch. Er entspricht 26 Euro je Aktie und einer Prämie von 19 Prozent auf den Durchschnittskurs von OTE in den vergangenen drei Monaten. Bei vergleichbaren Deals wurden zwar ähnliche Prämien gezahlt. Dabei handelte es sich aber um komplette Übernahmen. Für eine Beteiligung sei die Bewertung recht üppig, sagten Analysten. Die Telekom verspricht sich von dem Deal langfristig Synergien in Höhe von rund zwei Mrd. Euro - unter anderem durch niedrigere Roaming-Gebühren in Griechenland.

Telekom-Chef Obermann setzt insbesondere auf das Management der OTE. Seit dem Wahlsieg der konservativen Regierung vor vier Jahren führt der ehemalige Banker Panagis Vourloumis den Telekomanbieter. In den vergangenen Jahren schickte Vourloumis fast 5 000 der einst 15 000 quasi unkündbaren Beschäftigten in den Vorruhestand und stellte jüngere, höher qualifizierte Mitarbeiter zu flexibleren Konditionen ein. Vourloumis internationalisierte die OTE. Die Mobilfunktöchter in Albanien, Mazedonien, Bulgarien und Rumänien tragen inzwischen mit rund ein Viertel der Konzerneinnahmen zum Ergebnis bei. Für die ersten neun Monate 2007 meldete das Unternehmen einen Gewinn (Ebitda) von 1,72 Mrd. Euro, knapp zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ebitda-Marge stieg gegenüber 2006 von 30,2 auf 32,6 Prozent. Die Nettoverschuldung liegt bei rund 4,9 Mrd. Euro.

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