Deutsche Telekom
Experten begrüßen Konzernumbau

Kurz nach seinem Antritt geht's für Telekom-Chef René Obermann gleich ans Eingemachte. Obermann erwägt, die beiden Sparten Festnetz und Mobilfunk zusammenzulegen. Analysten und Marktforscher würden einen solchen Umbau begrüßen. Denn hierin liegt eine aussichtsreiche Möglichkeit, den massiven Kundenschwund zu stoppen.

DÜSSELDORF / FRANKFURT. „Das würde Sinn machen“, sagt Stefan Borscheid, Analyst bei der WestLB. Grund ist der Wandel der großen Telekomkonzerne hin zu integrierten Anbietern, die Telefon- und Internetanschluss, Mobilfunk und künftig verstärkt auch Fernsehen als Komplettpaket offerieren. „Dieser Konvergenz-Gedanke spiegelt sich in der aktuellen Struktur der Deutschen Telekom nur bedingt wider“, sagt Borscheid.

Die Deutsche Telekom ist derzeit noch in drei Geschäftsbereiche aufgeteilt: Festnetz, Mobilfunk und Geschäftskunden. Seit Mitte September bietet der Konzern erstmals die Bündelangebote aus Telefonie, DSL-Leitung, Handy-Vertrag und Internet-TV an. Wettbewerber haben solche Pakete bereits seit Monaten im Programm. Der Telekom waren jedoch lange Zeit die Hände gebunden, weil sie keine Bündel anbieten durfte, bevor sie ihre Internet-Tochter T-Online zurück unter das Konzerndach geholt hatte. Diese Integration war aber bis zum Sommer durch Aktionärsklagen blockiert.

Auch Lars Godell vom Marktforscher Forrester hält es für sinnvoll, die Trennung der beiden Sparten Mobilfunk und Festnetz aufzuheben: „Das wäre der richtige Weg nach vorne – die Zukunft liegt in Bündelangeboten.“ Studien belegen, dass ein Kunde seinem Telekommunikationsanbieter eher treu bleibt, wenn er gleich mehrere Dienste bei ihm bezieht. Die Telekom hat eine solche Treue bitter nötig: In den ersten neun Monaten des Jahres haben über 1,5 Mill. Festnetzkunden ihren Telefonanschluss bei dem Bonner Konzern gekündigt.

Diese Entwicklung ist in doppelter Hinsicht negativ: Zum einen verliert die Telekom damit auf einen Schlag Umsatz. Zum anderen lassen sich Kunden, die ihren Anschluss einmal gekündigt haben, zu einem späteren Zeitpunkt nur sehr schwer wieder zurückgewinnen. Kündigungen sind für einen Konzern deshalb sehr teuer.

Die Investmentbank Credit Suisse First Boston hat berechnet, dass die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um ein Prozent steigt, wenn es einem Telekomanbieter gelingt, seine Kundenverluste um zwei Prozent zu reduzieren.

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