Deutsche Telekom Obermanns Damenwahl endet im Eklat

Mit Marion Schick wird eine einstige Ministerin und Managerin neue Personalchefin bei der Deutschen Telekom. Doch trotz ihrer Qualifikationen stößt Schicks Wahl bei Arbeitnehmervertretern auf wenig Gegenliebe.
Update: 04.07.2011 - 20:43 Uhr 24 Kommentare
Die einstige baden-württembergische Kultusministerin Marion Schick. Quelle: dpa

Die einstige baden-württembergische Kultusministerin Marion Schick.

(Foto: dpa)

DüsseldorfRené Obermann will die Deutsche Telekom weiblicher machen und hat gleich zwei Frauen für den Vorstand des Telekommunikationsriesen durchgesetzt - und sich prompt einen Eklat mit den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat eingehandelt. Stein des Anstoßes ist die Neubesetzung des wichtigen Personalvorstandes. Hier hat der Aufsichtsrat des Bonner Unternehmens die ehemalige baden-württembergische Bildungsministerin Marion Schick berufen, die vom kommenden Jahr an Personalchefin werden soll. Schick war vor ihrer Ministerzeit Professorin für Personalmanagement.

Doch noch vor ihrem Start weht Schick der Wind eiskalt ins Gesicht. Die Wunschkandidatin für das von Thomas Sattelberger geführte Personalressort hat vor allem die Arbeitnehmervertreter im Kontrollgremium nicht überzeugt. Sie stimmten im Aufsichtsrat gegen die ehemalige baden-württembergische Bildungsministerin, weil sie befürchteten, dass sie nicht ausreichend die Interessen der Mitarbeiter vertreten könnte.

In einer dem "Handelsblatt" vorliegenden Erklärung heißt es, dass bei den Anteilseignervertretern im Aufsichtsrat eine ausreichende Dialogbereitschaft und ein Verständigungswille bei dieser Personalie gefehlt hätten. Der praktizierte Bestellungsprozess verletze auf eklatante Weise den Grundgedanken der deutschen Mitbestimmung, der sich besonders bei der Bestellung des Arbeitsdirektors ausdrücken müsse. Unschön für die Telekom: Die Arbeitnehmervertreter haben letztlich aus Protest die Sitzung verlassen und sich nicht der Bestellung von Schick zum neuen Personalvorstand beteiligt.

Neben Schick wurde Claudia Nemat, bisher Direktorin der Unternehmensberatung McKinsey, in den Vorstand gewählt. Damit setzt die Telekom beim Thema Frauenquote neue Maßstäbe. Nemat übernimmt im Oktober den Vorstandsbereich Europa. Nemat gilt als Branchenkennerin. Sie habe bereits eine Reihe von Projekten für die Telekom betreut und unter anderem an der neuen Unternehmensstrategie mitgewirkt, erläuterte das Unternehmen.

Telekom benennt die ersten Frauen für den Vorstand

Claudia Nemat erbt ein schwieriges Amt
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24 Kommentare zu "Deutsche Telekom: Obermanns Damenwahl endet im Eklat"

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  • Jeder/e Personaler....


    Nett.

    Machen Sie mal Ihre Bewerbung auf.

  • Die Finanzen des Konzerns werden demnächst in Bratislava gebucht. 5000 Mitarbeiter auch Ingenieure sitzen ohne Beschäftigung bei vollem Gehalt zu Hause. Da gibt es doch ein großes Feld abzuarbeiten.
    Sieht eher nach Parteienlobbyarbeit aus.
    Die DTAG hat schon genug nicht qualifizierte in Führungspositionen. Hauptsache Dienstwagen und Tankkarte. Kundenzufriedenhalt zählt nicht.

  • @ horstel
    Zugegeben, zwischen lesen und verstehen gibt es einen Unterschied - aber dass das Eine vollständig ohne das Andere geht, dafür sind Sie der Beweis.

  • Zunächst einmal werte ich den Vorgang nicht, «teile also nicht aus».
    Allerdings gehe ich bei einem börsennotierten Unternehmen davon aus, dass das Handeln zunächst von wirtschaftlichen Motiven bestimmt wird.
    Was kann also das wirtschaftliche Motiv für die freiwillige Einführung einer Frauenquote sein? Öffentliche Aufträge für ein Unternehmen, das immerhin noch zu einem Drittel im Staatsbesitz ist? Die Vorwegnahme gesetzlicher Verpflichtungen? Imagepflege?

  • Alice Schwarzer und MayBritt freut das sicher.....Schon erstaunlich das es in der grossen Telekom keinen internen Kandidat bzw. Kandidatin gibt der diese wichtigen Ämter auch abdekcen könnte. traurig aber wahr bzw. schade für diejenigen die bei der Telekom Karriere machen wollen. In anderen Unternehmen gibt es auch immer wieder interne Mitarbeiter die für solche Ämter befördert werden.....

  • Ich kann in der Vita dieser Dame keine Qualifikation erkennen, die für diese Position erforderlich wäre. Jeder/e Personaler bekommt doch Würganfälle bei dieser Entscheidung.

  • Frauenquote ist einfach Klasse ! Sollte man auch in der Bundesliga einführen. Mit 50 % Frauenanteil ist dann erstklassiger Fußball gesichert. Wer daran nicht glaubt ist schlichtweg Frauenfeindlich. So einfach ist das !!!!

  • Gibt's hier eigentlich nur noch Trolle und Gynophobe?

  • Es wird, in Anbetracht der jüngeren Entwicklungen ggf Zeit 2 Arbeiten zu schreiben:

    eine ggf über eine Art Kritik der Öffentlichkeit

    eine andere ggf

    über eine Art Kritk von Pornographie

    Indes: brauchbare tragfähige Quellen zu solcherlei Desiderata gelten derzeit als nicht gewollt: m.a.W.: selbst Schuld.


    Seht doch zu wo ihr abbleibt.

    Wir sterben schon ohne Eure Krankheitssysteme: inzwischen fliegen wir aus, sollten wir Krankheitsaproblerme in der Bundesrepublik Deutschland haben.


    Wen interessiert ein Arzt, der sich in Behandlungssiatuationen als Absatztechniker geriert?

  • Waghalsige These: Öffentlichkeit ist Porno.

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