Deutsche Telekom
Schützenhilfe aus Übersee

Die Deutsche Telekom hat im ersten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert. Treiber ist die florierende Tochter T-Mobile US. Die Markterwartungen wurden leicht übertroffen. In den Kernmärkten hinkt es dagegen.

BonnEs sind gewichtige Worte, die der Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, an diesem Dienstagmorgen wählt, als er über die Tochter des Konzerns in den USA spricht. „T-Mobile US hat ihre herausragende Erfolgsgeschichte fortgeschrieben, sie hilft der Deutschen Telekom, sie trägt uns.“ Vergangene Woche hatte die lange ungeliebte Tochter wieder einmal mit starken Wachstumszahlen geglänzt - und der Konzernmutter die eigene Bilanz versüßt.

Wie die Telekom heute vorstellte, setzte das Unternehmen in den ersten drei Monaten diesen Jahres 17,6 Milliarden Euro um, ein Plus von 4,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) stieg um 12,9 Prozent auf knapp 5,2 Milliarden Euro. Damit übertraf die Telekom die Erwartungen der Analysten leicht.

Dennoch gab die Aktie der Telekom zwischenzeitlich als Reaktion auf geringeren Cashflow um rund ein Prozent auf rund 15 Euro nach. Allerdings sei der Rückgang des Cashflow um fünf Prozent auf 822 Millionen Euro angesichts der verstärkten Investitionen nicht ungewöhnlich, sagte Marktanalyst Heino Ruland vom Brokerhaus ICF. „Aber wenn der Cashflow sinkt, bekommen die Leute sofort Angst, dass die Telekom ihre Dividende nicht zahlen kann.“ Er sieht die Quartalsergebnisse des Konzerns positiv.

Unter dem Strich verdiente der Konzern 3,1 Milliarden Euro. Darin enthalten ist allerdings der Verkauf der Anteile am britischen Joint Venture EE in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Um diesen Sondereinfluss bereinigt stieg der Konzernüberschuss um 1,1 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro an.

Haupttreiber des tatsächlichen Brot-und-Butter-Geschäfts war wieder einmal: T-Mobile US. Mit markigen Werbeaktionen wirbt der Telekommunikationsanbieter Kunden von Wettbewerbern wie AT&T und Verizon an. Mittlerweile ist er der drittgrößte im Markt. In einer derzeit laufenden Werbekampagne bemüht sich T-Mobile US zudem um Geschäftskunden, die generell als besonders lukrativ gelten.

Die Strategien des T-Mobile Chefs John Legere finden sich längst auch Deutschland wieder. Er setzt auf ein Prinzip, das er „Uncarrier“ nennt. Dabei geht es darum, alles zu lassen, was Kunden normalerweise an ihren Anbietern stört und es ihnen so einfach wie möglich zu machen. Was nach einer einfach Marketingfaustregel klingt, ist jedoch mit Investitionen verbunden: So bekommen Kunden etwa in kürzeren Abständen neue Smartphones, sie bekommen größere Datenpakete oder können im Ausland zum Teil kostenlos telefonieren.

Offensichtlich wird die Orientierung an der US-Tochter in der Werbung. Ein Beispiel für die neue Bildsprache ist der aktuelle Telekom-Werbespot mit der Familie Heins, der sich in der Bildsprache deutlich an den Spots der Amerikaner orientiert.

Ob diese Strategie auch in Deutschland greift, wird sich allerdings erst noch zeigen müssen. Im vergangenen Quartal hat die Telekom in ihrem Heimatmarkt mit 5,5 Milliarden Euro 2,5 Prozent weniger verdient als im Vorjahreszeitraum.

Das Unternehmen erklärte, für die Hälfte davon sei die Reduzierung des margenarmen Distributionsgeschäfts mit Mobilfunk-Endgeräten die Ursache. Das bereinigte Ebitda ging ebenfalls um 1,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zurück.

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