Deutsche Telekom
Ungesunde Preisspirale

Die Telekom-Tochter T-Mobile US drückt in den Vereinigten Staaten massiv die Preise. Längst macht diese aggressive Strategie auch in Deutschland Schule. Leidtragende ist ausgerechnet die Konzernmutter.

Bonn„Keiner bietet Daten wie T-Mobile“, so der markante Slogan der US-Tochter der Deutschen Telekom. Mittlerweile ist T-Mobile US bekannt dafür, eher Torten als kleine Brötchen zu backen. Selbstbewusst bringt das Unternehmen eine Neuerung nach der anderen auf den Markt. Dazu gehört etwa der Streaming-Service „Binge on“, bei dem das Datenvolumen nicht belastet wird. Oder die Möglichkeit, ungenutzte Datenpakete in den nächsten Monat mitzunehmen.

Damit ist T-Mobile einer der beiden stärksten Preistreiber im Markt. Wohlgemerkt, nach unten. Der andere ist Sprint. Neben der Telekom-Tochter ist der Ableger des japanischen Konzerns Softbank Angreifer im Telekommunikationsmarkt. Dieser wird von den beiden Konzernen AT&T und Verizon dominiert. Innerhalb von zehn Jahren fiel der durchschnittliche Umsatz pro Mobilfunkkunde in den USA um sechs Dollar auf 44,65 Dollar im Jahr 2015. Gleichzeitig stieg die Zahl der Kunden um rund 170 Millionen auf etwa 380 Millionen, weswegen die Umsätze stiegen, wenn auch unterproportional.

Für T-Mobile US ist das zunächst kein Problem. Mit jedem neuen Kunden kann sie ihr Netz besser auslasten. Die Aktionäre freut es: In den vergangenen drei Jahren ist der Kurs um mehr als 136 Prozent gestiegen. Am Mittwoch lag er bei rund 41 Euro.

Davon profitiert vor allem auch der deutsche Hauptaktionär, die Deutsche Telekom. Der Konzern hält noch knapp zwei Drittel der Anteile des Unternehmens. Die hohe Bewertung der Tochter war zuletzt meist ausschlaggebend für eine positive Analysten-Einschätzung.

Doch ausgerechnet jene Preistreiberei, die die Tochter in den USA so erfolgreich praktiziert, wird für die Konzernmutter zunehmend zum Problem. Am Dienstag senkte die US-Bank JP Morgan das Kursziel für die Telekom von 17,10 Euro auf 16,20 Euro. Als Erklärung gab Analyst Akhil Dattani die aggressiven Preisangebote im deutschen Mobilfunkmarkt an.

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Preistreiber Drillisch

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