Deutsche Telekom unter Zugzwang
Fusionswelle erfasst die Telekombranche

Die Telekommunikationsbranche in Europa steht am Anfang einer neuen Konsolidierungswelle, durch die sich auch für die Deutsche Telekom eine neue Marktposition ergeben wird.

HB LONDON. Die zunehmende Sättigung auf dem Mobilfunkmarkt und Preisrückgänge im Festnetzgeschäft lassen viele Unternehmen nach neuen Märkten suchen. Übernahmen sollen neue Wachstumschancen und Größenvorteile bringen. Am Mittwoch gab sich Swisscom als Bieter für die irische Eircom zu erkennen. Auch Kai-Uwe Ricke, Chef der Deutschen Telekom, sagte, er werde Kaufmöglichkeiten prüfen.

Im laufenden Jahr hat es bereits eine Reihe großer Übernahmen in der europäischen Telekombranche gegeben. Seit Januar wurden nach Daten der Finanzinformationsfirma Thomson Financial bereits Firmenkäufe für umgerechnet 96 Mrd. Euro bekannt gegeben. Das Volumen ist damit schon jetzt mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr und nähert sich dem Wert des Boomjahres 2000.

Dabei haben sich die großen Telekomkonzerne France Télécom und Telefónica für Milliardensummen im Mobilfunkgeschäft verstärkt und zugleich neue Märkte betreten. Die Deutsche Telekom stand bisher abseits. Sie hatte zwar ebenfalls ein Angebot für den britischen Mobilfunker O2 vorbereitet, aber das Vorhaben gemeinsam mit der niederländischen KPN scheiterte in letzter Minute. Und gegen die 26-Milliarden-Euro-Offerte von Telefónica wollte der Bonner Konzern nicht antreten. Ein Gegenangebot sei nicht im Interesse der Aktionäre gewesen, sagte Ricke gestern in Bonn. Die Telekom werde sich auch künftig bei Übernahmen an rationalen Kriterien orientieren.

Der Druck der Finanzmärkte wächst jedoch in dem Maße, in dem die Wachstumsraten zurückgehen. „Die Telekom wird von den Kapitalmärkten unter Zugzwang gesetzt, bei der Konsolidierungswelle mitzumachen“, sagt Thomas Goette, Partner der Unternehmensberatung Diamond Cluster.

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