Deutsche Telekom

Wohlfühlduft für Investoren

Das US-Geschäft boomt weiter: Trotz Belastungen durch die BT-Beteiligung glänzt die Quartalsbilanz der Deutschen Telekom im Licht der Amerika-Tochter. Kunden sollen nun auf besondere Art am Magenta-Glück teilhaben.
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„Für diesen Erfolg haben wir in den USA wie auch in Bonn in den vergangenen Jahren hart gearbeitet.“ Quelle: dpa
Telekom-Chef Timotheus Höttges

„Für diesen Erfolg haben wir in den USA wie auch in Bonn in den vergangenen Jahren hart gearbeitet.“

(Foto: dpa)

BonnMagenta, das ist für die Deutsche Telekom derzeit die Farbe der Zufriedenheit. Am Donnerstag hat sie wieder einmal eine Bilanz für das erste Quartal vorgelegt, die die Investoren zwar nicht über die Maße erregt, aber auch nicht aufregt.

Der Umsatz stieg um knapp sechs Prozent auf 18,6 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 7,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig erhöhte sich der Free Cashflow um rund 50 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Da wird selbst der Rückgang des Konzernüberschusses wegen der Beteiligung am britischen Telekomanbieter BT um mehr als 76 Prozent auf nun 747 Millionen Euro nur mit einem Kopfnicken registriert.

Magenta soll aber nicht nur die Farbe der Zufriedenheit sein – auch der Geruch. Die Bonner bieten seit Anfang des Monats einen Raumduft an, der die Marke „über ein weiteres Sinnesorgan erlebbar“ machen soll, berichtet die „Wirtschaftswoche“. Demnach soll der Geruch auch dafür sorgen, dass die Kunden länger im Laden bleiben. In einigen Tochtergesellschaften kommt er wohl schon zum Einsatz, in Deutschland bislang noch nicht.

Doch während die Kunden der Telekom mit dem Duft von Zitrusfrucht, Bergamotte und rosa Pfeffer die Magenta-Zufriedenheit erleben sollen, werden die Sinne der Investoren weiterhin hauptsächlich über Farben angesprochen. Und dabei erregt Blau, Weiß und Rot deutlich mehr als Schwarz, Rot und Gold.

Bei diesen Unternehmen mischt der Staat mit
Deutsche Post: 20,90 Prozent (mittelbar)
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Aus der ehemaligen Behörde Deutsche Bundespost ist in den Jahren 1989 bis 1995 die Deutsche Post AG geworden. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist der Bund indirekt mit 20,90 Prozent an der Deutschen Post AG beteiligt.

Flughafen Berlin Brandenburg: 26 Prozent
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Mit 2,86 Millionen Euro oder 26 Prozent ist der Bund am Pannenflughafen BER beteiligt. Weitere Gesellschafter sind die Länder Berlin und Brandenburg mit jeweils 37 Prozent. Ein Verkauf der Bundesanteile komme erst zwei Jahre nach Inbetriebnahme des Flughafens in Frage, heißt es im Beteiligungsbericht. Das wäre nach jetzigem Stand frühestens Mitte 2020.

Bayreuther Festspiele: 29 Prozent
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Die Bayreuther Festspiele locken seit 1876 nicht nur Theater-Liebhaber, sondern auch die Spitzen aus Politik und Gesellschaft nach Bayreuth. Träger des Festspielhauses ist die Richard-Wagner-Stiftung hier ist der Bund mit 29 Prozent beteiligt. Weitere Gesellschafter sind der Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth und die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth.

Deutsche Telekom: 32 Prozent (17,50 Prozent mittelbar)
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Die Deutsche Telekom AG ging aus der Privatisierung der Deutschen Bundespost hervor – zunächst mit dem Bund als alleinigem Aktionär. Inzwischen ist der Bund noch mit 14,5 Prozent direkt an der Telekom beteiligt, weitere 17,5 Prozent hält die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch: 35 Prozent
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Die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch gGmbH setzt sich für den Austausch zwischen deutschen und russischen Jugendlichen ein. Beteiligt sind neben dem Bund die Robert Bosch Stiftung, der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft beim BDI und die Hansestadt Hamburg.

PD - Berater der öffentlichen Hand: 54,33 Prozent
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Das Bundesfinanzministerium hat mit der „PD - Berater der Öffentlichen Hand“ eine Beratungsfirma gegründet, die kostenfrei Kommunen berät, ob Millionen Euro schwere Baumaßnahmen nicht preiswerter sind, wenn sie im Rahmen einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) abgewickelt. Sie ist die Nachfolge der ÖPP Deutschland AG. Der Bund ist hier mit 54,33 Prozent beteiligt.

Kreditanstalt für Wiederaufbau: 80 Prozent
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Die KfW fördert insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen durch die Vergabe von Investitionskrediten, außerdem finanziert die KfW Infrastrukturvorhaben und Projekte im Wohnungsbau. Der Bund ist mit 80 Prozent an der KfW beteiligt, die restlichen 20 Prozent halten die Bundesländer.

Die guten Bilanzzahlen der Telekom werden erneut von der Tochter T-Mobile US getragen. Unter anderem konnte das Unternehmen im ersten Quartal 1,1 Millionen Neukunden gewinnen. Dabei habe man es geschafft, die durchschnittlichen Monatsumsätze im Vorjahresvergleich um jeweils mehr als zwei Prozent erhöhen, betonte Telekom-Finanzvorstand Thomas Dannenfeldt. „Daraus resultierte der starke Anstieg der Service-Umsätze um 11,6 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar.“

Gleichzeitig habe man es geschafft, dank Skaleneffekte aus der wachsenden Kundenbasis, Synergien aus der Integration von MetroPCS und Kostensenkungen die Kosten für den Ausbau des Netzes mehr als zu kompensieren.

Höttges lobt Arbeit in Bonn und USA
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