Deutschlandsfonds
Infineon will Staatsbürgschaft beantragen

Der angeschlagene Halbleiterproduzent Infineon will laut einem Medienbericht unter das Dach des Deutschlandsfonds schlüpfen. Das unternehmen arbeite gerade an einem Antrag, um eine Staatsbürgschaft über mehrere Hundert Millionen Euro zu bekommen.

HB MÜNCHEN. Infineon arbeite mit Hochdruck an einem offiziellen Antrag, berichtet die "Welt am Sonntag". Spätestens im Juli strebe der Münchner Konzern eine Entscheidung über den Antrag an. Die Zeitung beruft sich auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Nach ersten Gesprächen in Berlin lasse Infineon nun von der Unternehmensberatung McKinsey einen Geschäftsplan ausarbeiten. Dabei handele es sich um ein Konzept, wie der Konzern aus der Krise geführt werden könne. Zudem habe Infineon die Beratungsgesellschaft Roland Berger mit der Finanzierungsplanung beauftragt. Mit den Plänen solle die Bundesregierung davon überzeugt werden, dass Infineon langfristig eine Zukunft habe. Spätestens im Juli wolle man eine Entscheidung.

Ein Infineon-Sprecher wollte sich zu dem Bericht am Samstag nicht äußern. Der Konzern, der unter einem herben Nachfrageeinbruch leidet, prüft seit mehreren Wochen, wie er an Staatsgelder kommen kann, und setzt dabei insbesondere auf seine Rolle als wichtiger Automobilzulieferer. Nach Angaben des Elektronikverbands ZVEI kann sich die europäische Automobilwirtschaft einen Zusammenbruch von Infineon nicht leisten. Das Unternehmen muss bis zum Sommer 2010 insgesamt rund 700 Millionen Euro refinanzieren, stößt bislang aber angesichts der globalen Chipkrise auf Skepsis bei Geldgebern. Zuletzt hatte Finanzvorstand Marco Schröter sogar eine millionenschwere Lehman-Erstattung aus dem Einlagensicherungsfonds in die Kasse für das laufende Geschäft verschoben, weil der Konzern derzeit jeden Euro gebrauchen kann.

Die Speicherchiptochter Qimonda hatte Anfang des Jahres Insolvenz anmelden müssen.

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