Dialog Semiconductor Erneuter Kurssturz beim Apple-Zulieferer

Spekulationen, dass Apple wichtige Chips künftig selbst herstellt, hatten für einen Kurssturz bei Dialog Semiconductor gesorgt. Der Zulieferer sieht die Beziehung intakt – die Aktie geht aber erneut auf Talfahrt.
Update: 04.12.2017 - 11:32 Uhr Kommentieren
Eine mögliche Chip-Eigenproduktion des iPhone-Herstellers werde die Zusammenarbeit mit Dialog Semiconductor nicht beeinträchtigen. Quelle: AFP
Apple

Eine mögliche Chip-Eigenproduktion des iPhone-Herstellers werde die Zusammenarbeit mit Dialog Semiconductor nicht beeinträchtigen.

(Foto: AFP)

FrankfurtDem Chipentwickler Dialog Semiconductor drohen unsichere Zeiten. Medienberichten zufolge könnte die wichtige Geschäftsbeziehung mit Apple eingeschränkt werden, sollte der iPhone-Hersteller tatsächlich in die Chip-Eigenproduktion einsteigen.

Dialog Semiconductor-Chef Jalal Bagherli betonte am Montag in einer Telefonkonferenz zwar, 2018 werde es keine Beeinträchtigungen geben. „Wir sehen derzeit keine Veränderung in unserer Geschäftsbeziehung zu Apple.“ Für 2019 wagte Bagherli aber noch keine Prognose. Erst im Laufe des ersten Quartals könne er sagen, wie sich die Geschäfte mit Apple über das kommende Jahr hinaus entwickeln werden.

Das deutsch-britische Unternehmen entwickelt vor allem die relativ teuren Stromsteuerungschips für Smartphones und macht Analysten zufolge gut 70 Prozent seiner Umsätze mit Aufträgen von Apple. Die japanische Zeitung „Nikkei“ hatte vergangene Woche unter Berufung auf Insider berichtet, Apple wolle künftig mehr wichtige Bauteile für seine Produkte im eigenen Haus entwerfen.

Die Sorge um schwindende Großaufträge sorgte bei Dialog am Montag für einen weiteren Kurssturz. Die Aktien des Chip-Designers fielen um gut 19 Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 25,17 Euro und setzten damit ihre rasante Talfahrt von Freitag fort, als sie bis zu 22 Prozent an Wert verloren hatten.

Das sind die größten Chip-Hersteller der Welt
Platz 10: MediaTek
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Das 1997 gegründete Unternehmen aus Taiwan war 2008 mit einem Umsatz von 2,896 Milliarden Dollar noch auf 24 Rang der weltweit größten Halbleiter-Hersteller. Im vergangenen Jahr machte der Konzern 8,7 Milliarden Dollar Umsatz und steht nun auf Platz 10. MediaTek produziert vor allem Chips für Fernseher, 2015 waren in 64 Prozent aller Geräte Mikrocontrollerchips der Firma eingebaut.

(Quelle: Gartner)

Platz 9: NXP
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Der niederländische Halbleiterhersteller ist bereits seit 2006 im Geschäft. Zuletzt erzielte der Konzern mit Sitz in Eindhoven und rund 44.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 9,17 Milliarden Dollar. Die Chips der Firma werden vor allem in Verkehrssystemen und Veranstaltungszentren eingesetzt.

Platz 8: Toshiba
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Die Halbleitersparte des japanischen Konzerns steht seit einiger Zeit zum Verkauf. Noch gehört sie allerdings zum Konzern, 2016 war Toshiba Memory die profitabelste Firmensparte. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 10,05 Milliarden Dollar.

Platz 7: Texas Instruments
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Der Jahresumsatz des US-Konzerns mit Sitz in Dallas betrug zuletzt 11,78 Milliarden Dollar. Texas Instruments beschäftigt rund 32.200 Mitarbeiter und produziert Halbleiter für die Industrie, die Autobranche, Projektoren und Taschenrechner.

Platz 6: Micron
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Das Technologie-Unternehmen aus Idaho stellt hauptsächlich Speicherelemente für Computer her. Zuletzt lag der Jahresumsatz bei 12,59 Milliarden Dollar. Das Unternehmen wurde 1978 gegründet und hat mittlerweile mehr als 30.000 Mitarbeiter.

Platz 5: Broadcom
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Der Konzern aus Singapur machte zuletzt einen Jahresumsatz von 13,15 Milliarden Dollar. Nun bietet das Unternehmen 130 Milliarden Dollar für den amerikanischen Rivalen Qualcomm.

Platz 4: SK Hynix
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Das Unternehmen aus Südkorea wurde 1983 gegründet, zuletzt lag der Jahresumsatz bei 14,27 Milliarden Dollar. Als 2013 ein Brand die Produktionskapazitäten von SK Hynix in China lahm legte, stiegen die Preise für RAM auf dem Weltmarkt erheblich an.

Bereits im Frühjahr waren Gerüchte aufgekommen, wonach der wertvollste Technologiekonzern der Welt stärker ins Chipgeschäft einsteigen will. Dies würde es Apple laut Analysten ermöglichen, Software und Hardware besser aufeinander abzustimmen und vorn dabei zu sein, wenn es beispielsweise um die Integration Künstlicher Intelligenz geht.

Smartphone-Dauerrivale Samsung Electronics ist längst Chip-Marktführer. Durch die stark verschärfte Konzentration im Handy- und Tabletsektor sind Zulieferer in der Regel stark abhängig von den größten beiden Akteuren Apple und Samsung.

  • rtr
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