Didier Lombard, Vorstandschef der France Télécom
„Die Service-Qualität entscheidet“

Didier Lombard führt die France Télécom, genau wie die Deutsche Telekom ein ehemaliger Monopolist im Telefonsektor. Im Gespräch mit dem Handelsblatt äußert Lombard sich zu den Unterschieden zwischen Deutschland und Frankreich, die Wachstumsmärkte der Zukunft, sowie Sinn und Unsinn von Fusionen.

Handelsblatt: Monsieur Lombard, die Deutsche Telekom will 50 000 Mitarbeiter in Service-Einheiten ausgliedern – und die Gewerkschaften gehen auf die Straße. Sie wollen dagegen 20 000 Arbeitsplätze streichen, in Frankreich regt sich aber niemand auf. Wie machen Sie das?

Lombard: Die Frage müsste eher lauten, wie ein Unternehmen, das früher ein Monopol innehatte, sich an das neue Konkurrenzumfeld anpasst. Dafür sind erhebliche Anstrengungen nötig. Externe Beobachter sind hierbei immer furchtbar auf Personalkosten fixiert, dabei machen sie nur einen kleinen Teil der Ausgaben aus. Wir arbeiten insgesamt an Kostensenkungen, etwa beim Marketing. Außerdem vergessen Sie bitte nicht, dass wir bis 2008 auch 6 000 Neueinstellungen planen.

Aber zu diesem Anpassungsprozess gehört nunmal auch die Personalfrage . . .

Ja, aber hier setzen wir vor allem auf die Umschulung unserer Mitarbeiter, dafür haben wir das Budget um 25 Prozent aufgestockt. Denn in zwei oder drei Jahren wird sich unser Geschäft vollkommen verändert haben.

Im Gegenzug zur Deutschen Telekom können Sie aber ihre Beamten an den Staat zurückgeben . . .

Nur, wenn der Betroffene das will. Wir können niemanden dazu zwingen. Dieses Jahr nutzen rund 1 000 Mitarbeiter diese Möglichkeit. Und auch das ist nur ein Instrument unseres Personal-Managements. Weitere sind zum Beispiel Altersteilzeit und Hilfen für den Schritt in die Selbstständigkeit.

Die großen Ex-Monopolisten müssen ihre Kosten vor allem deshalb senken, weil der Druck auf die Preise steigt und die Märkte in Europa gesättigt sind. Werden wir deshalb auch Elefantenhochzeiten sehen?

Eine Allianz macht nur dann Sinn, wenn sie einen Mehrwert schafft. Bei einer möglichen Fusion zweier Ex-Monopolisten ist dieser Mehrwert nur schwer zu realisieren. Denn beide Akteure agieren in reifen Märkten, die Margen sind unter Druck, das Wachstum ist schwach. Daher schauen wir uns lieber nach Zukaufmöglichkeiten in Wachstumsländern um.

Zum Beispiel?

Wir haben Mobilfunk-Lizenzen in Guinea Bissau gekauft und in der Republik Zentralafrika. Wir werden uns sehr wahrscheinlich auch bei der geplanten Privatisierung des Telekomanbieters in Vietnam und Algerien engagieren. Mit anderen etablierten Playern kann ich mir statt einer Fusion eher eine gezielte Zusammenarbeit vorstellen.

Seite 1:

„Die Service-Qualität entscheidet“

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Seite 5:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%